Häufig gestellte Fragen in der dentalen Implantologie
Häufig gestellte Fragen zum Thema dentale Implantologie
Häufig gestellte Fragen aus dem Umfeld der dentalen Implantologie schnell und übersichtlich zusammengestellt:
Implantologie
Der Eingriff erfolgt nach der Schmerzausschaltung durch die lokale Betäubung, im Dämmerschlaf (Sedierung) oder auf Wunsch in Vollnarkose.
Ein Implantat kann ein Leben lang halten. Voraussetzung ist die verlässliche Mitarbeit des Patienten. Implantate müssen wie die eigenen Zähne - oder besser noch mehr als diese - gepflegt werden. Ohne gewissenhafte und gründliche Mundhygiene macht eine Implantatlösung langfristig wenig Sinn.
Ein Standardeingriff dauert einschließlich Vorbereitung und anschließender Kontrolle etwa eine Stunde. Werden mehrere Implantate gesetzt, verlängert sich die Dauer der OP. Die exakte Zeit hängt jedoch von der Ausgangssituation ab.
Die Kosten sind abhängig von der Ausgangssituation, z. B. Knochenqualität, Anzahl der Implantate die gesetzt werden und von der geplanten prothetischen Versorgung. Knochenaufbauende Maßnahmen erhöhen die Gesamtkosten.
Eine verbindliche Aussage kann ohne Untersuchungsergebnisse nicht erteilt werden und würde der Beratung durch einen Arzt oder der eines zahntechnischen Labors vorgreifen.
Weitere Informationen finden Sie unter dem Menupunkt KOSTEN.
Eine verbindliche Aussage kann ohne Untersuchungsergebnisse nicht erteilt werden und würde der Beratung durch einen Arzt oder der eines zahntechnischen Labors vorgreifen.
Weitere Informationen finden Sie unter dem Menupunkt KOSTEN.
Der Aufwand für Diagnostik und das genutzte Instrumentarium für das Setzen eines oder mehrerer Implantate ist ähnlich. Insofern sind die Kosten für mehrere Implantate günstiger als die Summe entsprechender Einzeleingriffe.
Weitere Informationen finden Sie unter dem Menupunkt KOSTEN.
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Private Krankenkassen zahlen je nach Versicherungsbedingungen, in Einzelfällen die gesamten Kosten. Die gesetzlichen Versicherungen übernehmen die Beträge entsprechend der festgelegten Fallpauschalen.
Weitere Informationen finden Sie unter dem Menupunkt KOSTENÜBERNAHME.
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Es sind keine allergischen Reaktionen bzw. auf diesen begründete Abstoßungen bekannt. Gehen Implantate verloren, so geschieht dies in den meisten Fällen während der Einheilungszeit. Zu frühe oder falsche Belastung in dieser Zeit, kritische Knochensituation oder Fehlplanung sowie mangelnde Mundhygiene sind Gründe für einen Implantatverlust. Mit einer Erfolgsquote von bis zu 98 % ist die Implantologie in der modernen Zahnheilkunde ein anerkanntes Therapieverfahren.
Die klassischen Formen des herkömmlichen Zahnersatzes wie Brücken, Kronen auf beschliffenen Zähnen und schleimhautgetragenen Prothesen sind bekannte Alternativen. Das Beschleifen von kariesfreien Zähnen wird insbesondere bei jungen Patienten kritisch gesehen. Um nur einen verloren gegangenen Zahn durch eine konventionelle Brücke zu ersetzen, müssen mindestens zwei gesunde, kariesfreie Zähne beschliffen werden.
Die Folge ist ein irreparabler Substanzverlust. Implantatgetragene Einzelkrone und Brücken sind mit einem chirurgischen Eingriff verbunden, bieten jedoch eine substanzschonendere Variante. Die Entscheidung gegen die konventionelle und für die implantatgetragene Therapieform kann erst nach eingehender Beratung mit dem Zahnarzt erfolgen.
Für den Patienten stellt sich die Frage, wie viel Geld er für seine "Dritten" ausgeben möchte. Zudem ist eine Behandlung mit Implantaten immer mit einem chirurgischen Eingriff verbunden.
Die Vorteile von Implantaten dürften jedoch überzeugen: Patienten, die nach langjähriger Zahnlosigkeit wieder fest zubeißen möchten oder die durch das Tragen von Prothesen schmerzhafte Druckstellen besitzen, werden in der Regel von dem Tragekomfort und der neu gewonnen Lebensqualität überzeugt.
Beim Einsatz von Brücken wird gesunde Substanz durch Beschleifen der Nachbarzähne geopfert. Die Lücke in der Zahnreihe wird durch ein Zwischenglied geschlossen. Die Zahnwurzel selbst wird nicht ersetzt. Dem Kieferknochen fehlt der von der Wurzel übertragene Kaudruck. Diese natürliche Belastung stimuliert den Knochen normalerweise zur Regenerierung. Fehlt die Belastung, bildet sich der Knochen im Laufe der Zeit zurück.
Rein schleimhautgetragene Prothesen führen aus demselben Grund zu Knochenschwund, der sogenannten Atrophie. Aufgrund des Knochenabbaus muss über einen längeren Zeitraum die Prothese immer wieder korrigiert werden. Die Folge ist oft unbefriedigend sitzender Zahnersatz, der viele Prothesenträger in ihrer Lebensqualität stark beeinträchtigt.
Für eine Vollnarkose müssen die entsprechende Einrichtung und Fachärzte für Anästhesie zur Verfügung stehen. Der Patient wird über das Monitoring durch den Anästhesisten überwacht.
Wie eigene Zähne müssen auch implantatgetragene Zähne gründlich gepflegt werden. Ärzte, die Implantate versorgen bieten oft eine spezielle Implantatprophylaxe zur Pflege und Reinigung der Implantate und der Zähne an.
Titan wird seit mehr als 30 Jahren in der dentalen Implantologie eingesetzt und hat sich als biokompatibles, verträgliches und sicheres Material erwiesen. Allergische Reaktionen sind nicht bekannt. Mit besonderen Implantatoberflächen lässt sich die Einheilzeit der Implantate verkürzen. Neueste Entwicklung ist eine aktive Oberfläche, die den initialen Heilungsprozess beschleunigen soll.
Mit Implantaten kann ein Patient in der Regel wieder fest zubeißen, wieder essen worauf er Lust hat.
Vorteil: Er kann sich wieder ausgewogen und abwechslungsreich ernähren.
Voraussetzung ist die enge Zusammenarbeit und der Austausch mit dem Hausarzt. Patienten müssen selbstverständlich richtig eingestellt sein.
Starkes Rauchen kann den langfristigen Erfolg einer Implantatlösung gefährden. Besonders während der Einheilung wird rauchen sehr kritisch gesehen.
In den meisten Fällen werden vier Implantate beim zahnlosen Kiefer gesetzt. Diese Anzahl entspricht einer anerkannten Empfehlung der deutschen Gesellschaft für Zahnheilkunde (DGZMK). Auf einer Lösung mit zwei Implantaten lässt sich eine Prothese auch stabilisieren, eine rein implantatgetragenen Prothese mit höherem Tragekomfort lässt sich jedoch auf vier Implantaten besser realisieren.
Ist eine festsitzende, nicht herausnehmbare Zahnreihe geplant, werden in den meisten Fällen 6 Implantate im Unterkiefer und 8 im Oberkiefer empfohlen. Die genaue Anzahl kann ein Arzt erst nach ausführlicher Diagnose vorschlagen.
Ist eine festsitzende, nicht herausnehmbare Zahnreihe geplant, werden in den meisten Fällen 6 Implantate im Unterkiefer und 8 im Oberkiefer empfohlen. Die genaue Anzahl kann ein Arzt erst nach ausführlicher Diagnose vorschlagen.
Dies hängt immer von der Situation des Patienten ab. In der Regel kann mit einer Einheilzeit von acht bis zwölf Wochen gerechnet werden. In besonderen Fällen können Implantate früh, also schon während der Einheilung versorgt bzw. belastet werden.
Eine prothetische Planung kann auch vorsehen, dass ein Implantat mehrere Zähne trägt. Die Anzahl der Implantate bestimmen Größe der Lücke, Knochenqualität und mögliche Position der Implantate. Das geplante Behandlungskonzept - festsitzender oder herausnehmbarer Zahnersatz entscheidet ebenfalls über die Zahl der Implantate.
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Ein Zahnimplantat ist eine künstliche Zahnwurzel, meist aus Titan, die in den Kieferknochen eingesetzt wird. Nach dem Einheilen trägt sie eine Krone, eine Brücke oder eine Prothese.
Für ein Einzelzahnimplantat samt Krone liegen die Kosten meist zwischen 1.400 und 3.000 Euro. Knochenaufbau oder eine Sofortversorgung erhöhen den Betrag. Verbindlich ist der Heil- und Kostenplan Ihres Behandlers.
Über die Arztsuche des Implantat-Beraters: Postleitzahl oder Ort eingeben, Umkreis wählen. Das Verzeichnis umfasst derzeit 452 implantologisch tätige Praxen in 288 Orten.
Ein unabhängiges, werbefreies Informationsportal für Patienten, herausgegeben von der Atres GmbH in Aachen. Es nennt keine Produktempfehlungen, vermittelt keine Termine und ist an keiner Behandlung beteiligt.
Implantatprothetik
Auf das eingeheilte Implantat wird ein Aufbau geschraubt, der den Abstand zum Zahnfleischrand überbrückt. Darauf sitzt die Krone, eine Brücke oder eine Prothese.
In der Regel nicht. Der Zahnersatz wird im Labor in Form und Farbe an die eigenen Zähne angepasst; im sichtbaren Bereich ist zahnfarbene Keramik das bevorzugte Material.
Zwischen dem Setzen des Implantats und dem endgültigen Zahnersatz liegt die Einheilzeit, die in der Regel mehrere Monate beträgt. In dieser Zeit kann ein Provisorium die Lücke schließen.
Kosten
Für einen Frontzahn liegen die Kosten meist zwischen 1.400 und 3.000 Euro, für einen Seitenzahn zwischen 1.250 und 2.500 Euro. Maßgeblich ist der Heil- und Kostenplan Ihres Behandlers.
In der Regel nicht vollständig. Gesetzliche Krankenkassen zahlen seit 2005 einen befundbezogenen Festzuschuss, der sich an einer konventionellen Versorgung orientiert. Den Rest trägt der Patient.
Weil die Kosten von der individuellen Situation abhängen: von Aufwand und Schwierigkeit des Eingriffs, der Diagnostik, der Zahl der Implantate und dem geplanten Zahnersatz.
Rechnerisch oft ja. Vergleichende Studien deuten darauf hin, dass eine Einzelzahnversorgung mit Implantat nach etwa sieben Jahren günstiger wird als eine konventionelle Brücke, weil die Erhaltungskosten geringer sind.
Behandlung
In vier Schritten: Beratung und Diagnostik, Sanierung des Mundes, Setzen des Implantats und – nach der Einheilzeit – der Zahnersatz darauf.
Nein. Implantate werden in aller Regel ambulant in der Praxis gesetzt. Danach sollten Sie sich abholen lassen und mehrere Stunden nicht selbst fahren.
Bequeme Kleidung tragen und auf Make-up verzichten. Bei örtlicher Betäubung dürfen Sie bis spätestens eine Stunde vorher eine leichte Mahlzeit essen. Bei Narkose gelten die Vorgaben Ihres Behandlers.
Weil eine bestehende Entzündung das Einheilen gefährdet. Deshalb werden Parodontitis, Karies und Zahnstein vor der Implantation behandelt.
Diagnostik
Nicht in jedem Fall. Für die meisten Implantationen reicht ein Panoramaschichtbild aus. Eine dreidimensionale Aufnahme ist dann angezeigt, wenn der Knochen knapp ist oder die Lage schwierig.
Das OPG ist eine zweidimensionale Panoramaaufnahme des Kiefers und die übliche Grundlage der Planung. CT und DVT liefern Schichtbilder und damit eine räumliche Darstellung; die DVT ist das Verfahren speziell für den Kieferbereich.
In der Regel 120 bis 250 Euro einschließlich Auswertung. Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten die DVT im Rahmen einer Implantatplanung nicht.
An der Röntgenaufnahme. Das Panoramabild zeigt vor allem die Knochenhöhe; Breite und Dichte liefert bei Bedarf eine dreidimensionale Aufnahme. Daraus ergibt sich, wie viele Implantate möglich sind.
Was ist ein Implantat?
Aus drei Teilen: dem Implantatkörper im Kieferknochen, dem Aufbau darauf und der Krone, die man sieht. Der Implantatkörper besteht aus reinem Titan oder aus Zirkondioxid.
Allergien gegen technisch reines Titan sind nicht bekannt. Wer dennoch metallfrei versorgt werden möchte, kann ein Implantat aus Zirkondioxid wählen.
Beim einphasigen Implantat schaut der Kopf während der Einheilung aus dem Zahnfleisch – ein zweiter Eingriff entfällt. Beim zweiphasigen wird die Schleimhaut darüber verschlossen und später wieder geöffnet.
Für wen eignen sich Implantate?
Nein. Nach oben gibt es keine Altersgrenze. Entscheidend sind nicht die Jahre, sondern Knochenangebot, Wundheilung und allgemeine Gesundheit.
In der Regel nicht. Vor einer Implantation muss das Kieferwachstum abgeschlossen sein, sonst wächst der Kiefer um das feststehende Implantat herum.
Ausgeprägte Stoffwechselerkrankungen sowie Leber-, Nieren-, Blut- und Knochenleiden können gegen eine Implantation sprechen. Auch starkes Rauchen gefährdet den Erfolg. Ob es im Einzelfall zutrifft, klärt Ihr Behandler.
Das hängt vom Befund ab. Für eine Brücke müssen gesunde Nachbarzähne beschliffen werden, und der Knochen darunter kann sich mangels Belastung zurückbilden. Ein Implantat vermeidet beides, kostet aber mehr.
Vollständig zahnloser Kiefer mit 4 geneigten Implantaten
Bei geeigneter Anatomie ja. Werden die hinteren Implantate geneigt gesetzt, tragen vier Implantate eine festsitzende Komplettversorgung pro Kiefer.
Weil sich so das vorhandene Knochenangebot besser nutzen lässt. Die schräge Position schont zugleich Kieferhöhle und Nerven und erlaubt größere, stabilere Implantate.
Oft ja. Das Verfahren wurde gerade für zahnlose Patienten mit Knochenrückgang entwickelt und kommt häufig ohne aufwendigen Knochenaufbau aus.
Herausnehmbarer implantatgetragener Zahnersatz auf Stegen
Ein Metallsteg, der zwei oder mehr Implantate fest miteinander verbindet. Auf ihm findet eine herausnehmbare Vollprothese sicheren Halt.
Ja. Der Steg verbindet die Implantate zu einer Einheit; die Prothese wird darauf verankert und rutscht beim Sprechen und Kauen nicht.
Ja, das ist gewollt. Der stegverankerte Zahnersatz bleibt herausnehmbar und damit gut zu reinigen – er sitzt aber fest, solange er eingesetzt ist.
Herausnehmbarer implantatgetragener Zahnersatz mit Locator
Ein Druckknopfsystem, das eine herausnehmbare Prothese auf Implantaten hält. Es lässt sich ohne großen Kraftaufwand lösen und wieder einsetzen.
Eine, die sich leicht bedienen lässt. Bei nachlassender Feinmotorik sind Locator-Systeme oder Magnetanker günstiger als Befestigungen mit hohen Haltekräften.
Ja, das ist der Sinn dieser Systeme. Sie lassen sich ohne Kraftaufwand ein- und ausgliedern, damit Prothese und Implantate zu Hause gut gereinigt werden können.
Implantationsverfahren
Der Behandler legt den Kieferknochen frei, bereitet mit speziellen Bohrern das Implantatbett auf und setzt das Implantat passgenau ein. Bei gutem Knochenangebot geht das auch ohne Aufklappen des Zahnfleisches.
Einzeitig heilt das Implantat offen ein, sein Kopf ragt aus der Schleimhaut – ein zweiter Eingriff entfällt. Zweizeitig wird die Schleimhaut darüber vernäht und das Implantat später freigelegt.
Nein, mehrere Stunden lang nicht. Lassen Sie sich abholen oder fahren Sie mit dem Taxi nach Hause.
Sofortbelastung
In der Regel nicht. Das Implantat braucht mehrere Monate, um mit dem Knochen zu verwachsen. Eine Sofortbelastung ist nur in Ausnahmefällen und bei besonderer Planung möglich.
Dann kann es sich bewegen, statt einzuwachsen. Zu starke Belastung während der Einheilphase führt in der Regel zu Problemen bis hin zum Verlust des Implantats.
Bei der Sofortbelastung trägt das Implantat sofort die volle Kaukraft. Bei der Sofortversorgung sitzt zwar gleich ein Provisorium darauf, es ist aber so geformt, dass beim Kauen kaum Kraft auf das Implantat wirkt.
Nein. Für die Zeit bis zum endgültigen Zahnersatz gibt es Provisorien; in aufgebauten Bereichen können auch temporäre Implantate ein Provisorium tragen und die endgültigen schützen.
Knochenaufbau
Das Auffüllen oder Verbreitern des Kieferknochens, damit ein Implantat sicheren Halt findet. Verwendet wird Knochenersatzmaterial oder körpereigener Knochen.
Weil der Körper Knochen abbaut, den er nicht mehr belastet. Nach längerer Zahnlosigkeit reicht das verbliebene Volumen für ein Implantat oft nicht mehr aus.
Verpflanzter Knochen heilt in der Regel mehrere Monate ein, bevor die Implantate gesetzt werden. Wird nur ein kleiner Defekt bei der Implantation aufgefüllt, entfällt diese zusätzliche Wartezeit – das Implantat selbst muss trotzdem einheilen.
Kleinere Mengen entnimmt der Behandler aus der Mundhöhle selbst – aus zahnlosen Bereichen, dem Kieferwinkel oder dem Kinn. Bei größerem Bedarf kommt der Knochen aus dem Beckenkamm.
Metallfreie Prothetik
Ja. Vollkeramik aus Zirkonoxid kommt ohne Metallgerüst aus und ist für Kronen, Brücken und Implantataufbauten geeignet.
Für die meisten Versorgungen ja. Vollkeramik wird heute auch für mehrgliedrige Brücken eingesetzt. Ob sie im Einzelfall trägt, entscheidet der Befund.
Vor allem für Patienten, die empfindlich auf Metalle im Mund reagieren, und dort, wo es auf die Ästhetik ankommt – zahnfarbene Keramik wirkt im sichtbaren Bereich natürlicher.
Zahntechnik / Meisterlabor
Ein zahntechnisches Labor. Der Zahnarzt plant und setzt das Implantat, der Zahntechniker fertigt Aufbau und Krone – nach Abdruck oder digitalem Scan.
Eine im Labor gefertigte Schiene, die die am Computer geplante Implantatposition in den Mund überträgt. Sie führt den Bohrer und macht das Setzen präziser.
CAD-CAM heißt: der Aufbau wird am Computer konstruiert und maschinell gefräst. So entsteht ein individuell passendes Teil statt eines vorgefertigten Standardaufbaus.
Implantatpflege
Wie die eigenen Zähne, nur konsequenter: nach jeder großen Mahlzeit putzen und die Zwischenräume mit einer Interdentalbürste reinigen. Eine normale Zahnbürste erreicht nur einen Teil der Flächen.
Wichtiger als die Bürste selbst sind die Hilfsmittel für die Zwischenräume. Ihre Praxis zeigt Ihnen, welche Interdentalbürste zu Ihrer Versorgung passt.
Dann können sich Beläge festsetzen und das Gewebe um das Implantat entzünden – eine Periimplantitis. Sie ist die häufigste Ursache von Spätkomplikationen.
Angebote prüfen
Darauf, dass alle Posten aufgeführt sind: Diagnostik, ein eventueller Knochenaufbau, das Setzen des Implantats samt Material sowie Aufbau und Krone. Fehlt eine Position, wird es später teurer.
Selten. Bei wenig verbreiteten Billigsystemen ist die Ersatzteilversorgung nicht gesichert, und im Problemfall findet sich kaum ein Zahnarzt mit Erfahrung darin. Eine Ersparnis von 150 Euro kann so teuer werden.
Weil niemand ohne Befund wissen kann, was nötig ist. Zu einer Implantatbehandlung gehören Beratung, Diagnostik und eine individuelle Planung – ein Preis ohne diese Grundlage ist geraten.
Kostenübernahme
Nur in wenigen, besonders schweren Ausnahmefällen. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat dafür Ausnahmeindikationen festgelegt; sie betreffen etwa große Kieferdefekte nach Tumoren oder Unfällen.
Ein fester Betrag, den die gesetzliche Krankenkasse zum Zahnersatz beisteuert. Er richtet sich nach dem Befund und nicht nach der gewählten Versorgung – wer sich für ein Implantat entscheidet, bekommt denselben Zuschuss wie für die Regelversorgung.
Ja. Wer regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen nachweist, erhält einen höheren Festzuschuss. Legen Sie das Bonusheft deshalb vor der Zuschussfestsetzung vor.
Implantate
Aus reinem Titan oder aus Zirkondioxid-Keramik. Titan ist der Standard; Keramik kommt vor allem für Patienten in Frage, die metallfrei versorgt werden möchten.
Von vier Dingen: dem Knochenangebot und der Knochendichte des Patienten, dem Material, dem Design des Implantats und seiner Oberfläche.
Die Idee ist Jahrtausende alt – schon Etrusker und Ägypter ersetzten Zähne. Der wissenschaftliche Durchbruch kam in den 1950er und 1960er Jahren mit der Entdeckung, dass der Knochen mit Titan verwächst.
Titan-Implantate
Weil Titan drei Eigenschaften vereint: mechanische Festigkeit, Korrosionsbeständigkeit und Gewebefreundlichkeit. Es geht eine unmittelbare Verbindung mit dem Kieferknochen ein.
Gegen technisch reines Titan Grad 4, wie es für Implantate verwendet wird, sind keine Allergien bekannt. An der Luft bildet Titan eine schützende Oxidschicht.
Titanimplantate kommen an ihre Belastungsgrenze, wenn der Durchmesser stark verkleinert wird. Zudem steht dann weniger Oberfläche für das Einwachsen in den Knochen zur Verfügung.
Keramik-Implantate
Ja. Keramikimplantate bestehen aus Zirkondioxid und enthalten kein Metall. Sie kommen vor allem für Patienten in Frage, die empfindlich auf Metalle im Mund reagieren.
Das Zahnfleisch reagiert gut auf Keramik, weil sie weniger anfällig für Beläge ist. Dadurch soll sich das Risiko für Zahnfleischentzündungen und Periimplantitis verringern.
In Studien wurde über Brüche bei Vollkeramik-Implantaten berichtet. Bei Implantaten aus hochleistungsfähigem Zirkoniumdioxid (Y-TZP) ist dieses Risiko erheblich geringer.
Implantatform
Heute werden fast nur noch wurzelförmige Schraubenimplantate verwendet – stufenförmige, konische und Schraubenimplantate mit Gewinde. Zylinderimplantate ohne Gewinde sind selten geworden.
Enossal heißt: im Knochen verankert. Der Implantatkörper wird über ein Gewinde direkt im Kieferknochen befestigt und sitzt nach dem Einwachsen fest wie eine echte Zahnwurzel.
Das entscheidet der Behandler nach der Diagnostik. Knochenhöhe, Knochenbreite und die geplante Versorgung bestimmen Typ, Länge und Durchmesser des Implantats.
Kleinere Implantate
Ja. Mit kürzeren und besonders geformten Implantaten lässt sich auch bei dünnem Kieferknochen langfristige Stabilität erreichen.
In vielen Fällen ja. Kurze Implantate wurden gerade dafür entwickelt – sie ersparen den zusätzlichen Eingriff und die mehrwöchige Einheilzeit danach.
Nicht grundsätzlich. Entscheidend sind Form, Oberfläche und die Verteilung der Kaukräfte. Ob kurze Implantate in Ihrem Fall tragen, klärt die Diagnostik.
Karies im Kindermund
Schon ab dem zweiten Lebensjahr. Hauptursache sind zuckerhaltige Getränke, die Kleinkindern oft mit der Babyflasche gereicht werden.
Ja, wenn sie häufig und über den Tag verteilt getrunken werden. Fruchtsäfte, Tees und Erfrischungsgetränke enthalten Zucker, aus dem sich Beläge auf den Zähnen bilden.
Ja. Ein Speicheltest zeigt Zahl und Aktivität der Kariesbakterien. Daraus lässt sich abschätzen, wie anfällig ein Kind ist, und rechtzeitig gegensteuern.
Milchzähne putzen
Ab dem ersten Milchzahn. Zu Beginn genügt eine weiche Bürste oder ein Wattestäbchen mit einer kleinen Menge Zahnpasta.
Zweimal täglich, mit einer Kinderzahnbürste und einer Zahnpasta mit 1.000 ppm Fluorid. Bis zum zweiten Geburtstag genügt eine reiskorngroße Menge, danach eine erbsengroße.
KAI ist die Merkregel für die Reihenfolge: erst die Kauflächen, dann die Außenflächen, dann die Innenflächen. So wird keine Fläche vergessen.
Narkosebehandlung bei Kindern
Wenn eine örtliche Betäubung nicht umsetzbar ist – etwa bei sehr jungen Kindern – oder wenn umfangreiche Behandlungen wie eine Komplettsanierung der Milchzähne anstehen.
Jede Narkose ist ein medizinischer Eingriff und wird nur bei entsprechender Indikation durchgeführt. Über Nutzen und Risiken klärt der behandelnde Arzt oder Anästhesist vorher auf.
Eine leichte Form der Beruhigung, bei der das Kind wach bleibt, aber entspannter ist. Sie kommt als Alternative zur Vollnarkose in Frage, wenn eine reine örtliche Betäubung nicht ausreicht.
Lupenbrille
Um feine Details zu erkennen. Gutes Sehen ist Voraussetzung für eine genaue Befunderhebung und für präzises Arbeiten im Behandlungsgebiet.
Das hängt vom System ab: Prismenlupen nach Kepler vergrößern drei- bis fünffach, Lupenbrillen nach dem Galilei-System zwei- bis gut dreifach, dafür mit mehr Tiefenschärfe.
Sie erlaubt genaueres Arbeiten, weil der Behandler mehr erkennt. Ein Ergebnis garantiert das Hilfsmittel nicht – es verbessert die Voraussetzungen dafür.
Sofortimplantation
In ausgesuchten Fällen ja. Voraussetzung ist, dass die Alveole entzündungsfrei ist und genug Knochen für einen soliden Halt vorhanden ist.
Dabei vergehen zwischen Zahnentfernung und Implantation mehrere Wochen. Das Weichgewebe kann ausheilen, das Infektionsrisiko sinkt, und der Knochen hat sich noch nicht wesentlich zurückgebildet.
Sie sparen einen Eingriff und die Wartezeit bis zur Implantation. Die Einheilzeit selbst verkürzt sich nicht – auch ein sofort gesetztes Implantat darf während der Einheilphase nicht belastet werden.
Verhaltensregeln nach Implantation
Vermeiden Sie körperliche Anstrengung und Belastung. Ruhe hilft der Wundheilung; der Mund sollte zunächst in Ruhe gelassen werden.
Bei pulsierenden Schmerzen am Tag des Eingriffs, einem tauben Gefühl etwa zwölf Stunden danach, Schmerzen oder Schwellung nach mehreren Tagen, erneuten Blutungen oder einem gelockerten Provisorium.
Eine leichte Schwellung in den ersten Tagen ist nach einem chirurgischen Eingriff nicht ungewöhnlich. Nimmt sie nach mehreren Tagen zu oder kommen Schmerzen hinzu, sollten Sie Ihre Praxis kontaktieren.
Videothek: Alternative Lösungen ohne Implantate
Drei: die Brücke als festsitzender Zahnersatz, die Teil- oder Vollprothese als herausnehmbarer – oder eine Kombination aus beidem.
Kleine Zahnlücken werden in der Regel mit einer Brücke versorgt. Größere Lücken und Freiendsituationen, etwa wenn die Backenzähne fehlen, werden mit einer Prothese geschlossen.
Im Oberkiefer bedeckt sie den kompletten Gaumen, wodurch das Geschmacksempfinden beeinträchtigt sein kann. Gehalten wird sie durch Saugkräfte, nicht durch feste Verankerung.
Private Krankenversicherung PKV
Grundsätzlich ja – die Implantatbehandlung ist im Leistungskatalog der privaten Krankenversicherung enthalten. Wie viel erstattet wird, regelt Ihr individueller Vertrag.
Eine Aufstellung Ihres Zahnarztes, die alle vorhersehbaren Positionen der geplanten Behandlung mit Kosten benennt. Er ist die Grundlage für die Erstattungszusage Ihrer Versicherung.
Ja, reichen Sie ihn vor Behandlungsbeginn bei Ihrer Versicherung ein. So wissen Sie vorab, welchen Anteil sie übernimmt und welcher Betrag bei Ihnen bleibt.
Implantattourismus
Das Angebot ist oft günstiger, das Risiko aber höher. Zur Behandlung gehören Nachsorge und Kontrolle – und die finden nach der Rückreise nicht mehr statt.
Dann fehlt der Behandler vor Ort. Probleme bei der Einheilung, eine notwendige Nachbehandlung oder ein Ersatzteil für ein unbekanntes System lassen sich in der Heimat nur schwer auflösen.
Weil der Erfolg eines Implantats nicht am Tag der Operation entschieden wird, sondern in den Monaten danach. Regelmäßige Kontrollen und Implantatprophylaxe sind Teil der Behandlung, nicht ein Zusatz.
Heilungsprozesse
Proteine aus dem eigenen Blut, die die körpereigene Heilung anregen. Aus einer kleinen Blutmenge wird ein Plasma gewonnen und bei der Operation eingesetzt.
Etwa 30 bis 40 Milliliter aus der Armvene, vor der Behandlung. Daraus wird in einem speziellen Verfahren das Blutplasma gewonnen.
Die Verfahren zielen darauf ab, Wundheilung und Knochenregeneration zu unterstützen. Ob sie in Ihrem Fall sinnvoll sind, entscheidet der Behandler – es handelt sich um eine ergänzende, keine notwendige Maßnahme.
Individuelle und festsitzende Lösungen mit Implantaten
Je nach Knochenangebot und geplanter prothetischer Lösung wird die Zahnreihe auf vier bis sechs Implantaten verschraubt. Dieser Zahnersatz sitzt fest und kann nur von einem Zahnarzt wieder entfernt werden. Voraussetzung ist ein ausreichendes Knochenangebot; ob knochenaufbauende Maßnahmen nötig sind, klärt der Behandler.
Beides ist möglich. Ästhetisch ist die fest verschraubte Zahnreihe die anspruchsvollste Lösung, sie setzt aber ausreichend Knochen voraus. Nach längerer Zahnlosigkeit hat sich der Knochen abgebaut und meist auch das Zahnfleisch zurückgebildet; dann wird eher die herausnehmbare, implantatgetragene Prothese empfohlen, die beim Kauen und Sprechen ebenfalls fest sitzt.
Bei verminderter Prothesenstabilität entstehen beim Kauen Druckschmerzen. Viele Betroffene stellen deshalb ihre Ernährung um, was zu Mangelerscheinungen führen kann. Die eingeschränkte Nahrungsaufnahme und die fehlende oder falsche Belastung des Kieferknochens fördern zusätzlich den Knochenabbau.
Dentale Implantologie - eine bewährte Therapieform
In Deutschland werden jährlich etwa eine Million Implantate gesetzt. Auf dem Markt sind über 100 verschiedene Implantatsysteme, von denen nicht jedes die volle Praxisreife hat; zu vielen Systemen fehlen klinische Studien. Klinische Langzeitdaten sind deshalb ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl eines Systems.
Nicht jede Methode, die in der Implantologie vorgestellt wird, ist für Patienten nützlich. Therapie-Empfehlungen aus der Publikumspresse sollten daher an den Leitlinien der implantologischen Fachgesellschaften gemessen werden. Eine Implantatbehandlung muss auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen sowie medizinisch sinnvoll und vertretbar sein.
Das entscheidet der Zahnarzt nach eingehender Beratung und Diagnostik, bei der Planung des Zahnersatzes zusammen mit einem zahntechnischen Meisterlabor. Eine Implantatbehandlung soll erst nach kompetenter und umfassender Beratung durch einen Arzt oder Chirurgen erfolgen und muss sich nach den individuellen Möglichkeiten und Bedürfnissen des Patienten richten.
Warum werden Zahnimplantate eingesetzt?
Eine konventionelle Prothese wird von der Schleimhaut getragen. Bei vielen Patienten bilden sich nach längerem Tragen Druckstellen, die beim Kauen Schmerzen verursachen können. Implantate geben der Prothese wieder Halt, verhindern ihr Wackeln und beugen so schmerzhaften Druckstellen vor.
Atrophie ist der Fachbegriff für den Knochenschwund. Fehlt dem Kieferknochen nach einem Zahnverlust die Belastung, baut er sich ab, ähnlich wie ein Muskel, der nicht mehr beansprucht wird; auch die Mimik verändert sich dadurch. Implantate übertragen die Kaukräfte auf den umgebenden Knochen und regen dessen natürlichen Stoffwechsel an.
Implantatgetragener Zahnersatz ermöglicht in den meisten Fällen eine höhere Kaueffizienz. Mit konventionellen, schleimhautgetragenen Prothesen lässt sich die Kaufunktion dagegen oft nur eingeschränkt wiederherstellen. Gerade von älteren Menschen wird der implantatgetragene Zahnersatz im Vergleich zur klassischen Prothese als viel angenehmer empfunden.
Wann soll implantiert werden?
Als Frühimplantation bezeichnet man das Setzen des Implantats 4 bis 8 Wochen nach der Zahnentfernung; der genaue Zeitpunkt hängt davon ab, wie das Weichgewebe verheilt. Eine verzögerte Sofortimplantation nach vollständiger Abheilung des Weichgewebes ist nach 3 bis 4 Monaten möglich, eine Spätimplantation im abgeheilten Knochen etwa sechs Monate nach der Extraktion.
Knochengewebe braucht ein gewisses Maß an Belastung. Fehlt nach einem Zahnverlust die Stimulation durch die Kaukräfte, baut sich der Knochen im betroffenen Kieferabschnitt ab, und es geht auch Weichgewebe verloren. Eine Lücke sollte deshalb möglichst früh geschlossen werden; ein früher Implantationszeitpunkt erlaubt zudem bessere ästhetische Ergebnisse.
In der Regel bestimmt die Knochenmorphologie am Implantationsort das Verfahren, also Form und Beschaffenheit des Knochens an der Stelle, an der implantiert werden soll. Für eine Sofortimplantation unmittelbar nach der Zahnentfernung muss das Zahnfach zudem leer und entzündungsfrei sein.
Sind Zahnimplantate sicher?
Nach klinischen Studien liegt die Wahrscheinlichkeit bei über 90 Prozent, dass ein Implantat nach zehn Jahren noch voll funktionstüchtig ist. Es liegen außerdem Langzeitstudien vor, die Implantatanwendungen über bis zu 15 Jahre mit einer hohen Erfolgsrate beobachtet haben.
Studien belegen auch bei schlechter Knochenqualität einen hervorragenden Langzeiterfolg von Zahnimplantaten. Gute Überlebensraten sind ebenso in schwierigeren Situationen nachgewiesen, etwa bei schmalen Kieferkämmen oder bei einem zuvor aufgebauten (augmentierten) Oberkiefer. Wichtige Kriterien für eine positive Prognose bleiben Knochenqualität und Knochenangebot.
Die meisten Implantatstudien werden unter sehr kontrollierten Bedingungen an großen Universitäten und Kliniken durchgeführt, sodass die Ergebnisse in der Praxis anders ausfallen könnten. Für ausgesuchte Präzisionsimplantate haben sich die Überlebensraten in der zahnärztlichen Praxis jedoch als ebenso gut erwiesen wie unter den strenger kontrollierten Bedingungen.
Welche Risiken bestehen?
Die Schädigung von Nerven zählt zu den möglichen Komplikationen, vor allem im Unterkiefer, wo der Nervus mandibularis verläuft. Die Implantatdiagnostik vor dem Eingriff und die Darstellung des Nervs während der Operation sollen genau das verhindern. Über die möglichen Risiken klärt der behandelnde Arzt vor dem Eingriff ausführlich auf.
Als Periimplantitis bezeichnet man eine Entzündung mit Rückgang von Schleimhaut und Knochen im Bereich eines oder mehrerer Implantate. Sie zählt zu den Spätkomplikationen, die selten sind und meist auf chronische Infekte oder mangelnde Mundhygiene zurückgehen. Bleibt sie unbehandelt, greift sie den angrenzenden Knochen an, und Implantate gehen verloren.
Genannt werden Medikamente, die den Knochenstoffwechsel stören, insbesondere Bisphosphonat-Präparate in intravenöser Dosierung, sowie Cortisonbehandlungen, die die Immunabwehr herabsetzen. Auch Strahlenbehandlung oder Chemotherapie erhöhen das Risiko eines Implantatverlustes. Wie hoch das Risiko ausfällt, hängt von der Schwere der Erkrankung und der Dosierung ab.
Welche Vorteile bieten Implantate?
Bei implantatgetragenem Zahnersatz bleibt der Gaumen des Oberkiefers frei von Prothesenmaterial. Das ist der Unterschied zur schleimhautgetragenen Vollprothese: Der Patient erhält sein natürliches Geschmacksgefühl zurück, ein guter Rotwein schmeckt wieder nach Rotwein. Auch auf die Aussprache wirkt sich der freie Gaumen positiv aus.
Implantate leiten die beim Kauen entstehenden Kräfte gleichmäßig in den Kieferknochen, so wie es natürliche Zahnwurzeln tun. Der Knochen wird dadurch belastet und bleibt vital, statt sich zurückzubilden. Durch diese natürliche Belastung behält das Gesicht sein Profil und seine natürliche Mimik.
Implantatgetragene Zähne sollen stabil sitzen und ein sicheres Gefühl vermitteln: frei sprechen, alles essen und genießen können. Patienten, die eine totale, schleimhautgetragene Prothese als Behinderung empfinden, gewinnen dadurch an Komfort und an Selbstsicherheit im Berufs- und Privatleben.
Implantatgetragener Einzelzahn
Weil das Implantat die Funktion der Zahnwurzel übernimmt und die Kaukraft an den Kieferknochen weiterleitet. Durch diese natürliche Belastung bleibt der Knochen vital und bildet sich nicht zurück. Das Implantat ersetzt damit die verloren gegangene Zahnwurzel und dient zugleich als Pfeiler für die Implantatkrone.
Ein neuer Zahn soll nicht nur seine Funktion erfüllen, sondern gerade im Frontbereich von den natürlichen Zähnen nicht zu unterscheiden sein. Implantat, neuer Zahn und Weichgewebe sollen dafür eine harmonische Einheit bilden. Vollkeramische Aufbauten überzeugen durch Form, Farbe und natürliches Aussehen, und die Krone kann optimal mit dem Zahnfleisch abschließen.
Sie bleiben unangetastet. Das Zahnimplantat ersetzt die verloren gegangene Zahnwurzel und dient selbst als Pfeiler für die Krone; ein Abschleifen der Nachbarzähne ist dafür nicht notwendig. Gesunde Zahnsubstanz bleibt auf diese Weise erhalten.
Mehrere Zähne fehlen - Implantatversorgung mit implantatgetragenen Brücken
Bleibt die Lücke bestehen, kann es zu Knochenverlust sowie zu Zahn- und Kieferfehlstellungen kommen. Aus medizinischer Sicht sollte sie deshalb wieder geschlossen werden. Eine implantatgetragene Brücke schließt die Lücke, ohne dass gesunde Nachbarzähne beschliffen werden müssen.
Eine feste Zahl gibt es nicht. Die jeweilige Knochenqualität und die Größe der Zahnlücke bestimmen die genaue Anzahl der notwendigen Implantate. Mehrere Implantate können dabei gemeinsam eine Brücke tragen, die die Lücke schließt und im Idealfall mit dem Zahnfleisch abschließt.
Fehlen am Ende einer Zahnreihe mehrere Zähne, etwa die Backenzähne, spricht man von einer Freiendlücke. Mit einer Implantatversorgung kann auch in dieser Situation ein festsitzender Zahnersatz geboten werden. Für den Patienten ist das erheblich komfortabler, als mit der Lücke zu leben.
OPG, Orthopantomographie
In den meisten Fällen ja. Das Orthopantomogramm (OPG), eine zweidimensionale Panoramaaufnahme des Kiefers, hat sich in der Implantatdiagnostik bewährt und liefert in der Regel genügend Informationen über das Knochenangebot. Bei fehlendem Knochenvolumen oder mangelnder Knochenqualität können zusätzliche Diagnoseschritte hinzukommen.
Wichtig ist, dass der Nervverlauf im Unterkiefer (Nervus mandibularis) klar zu erkennen und abgebildet ist. Erst dann taugt die Panoramaaufnahme als Grundlage für die Planung der Implantatposition. Auf dem Bildschirm lassen sich die Panoramabilder in Ruhe analysieren.
Die Kosten für ein Orthopantomogramm (OPG), die zweidimensionale Panoramaaufnahme des Kiefers, werden von der Krankenkasse übernommen. Diese Aufnahme reicht in den meisten Fällen als Basis für die Planung der Implantatposition aus.
3-dimensionale Diagnostik
Bilder und Befunde der dreidimensionalen Diagnostik können Patienten oft direkt am Bildschirm gezeigt und auf CD gebrannt mitgegeben werden, etwa um eine zweite Meinung einzuholen. Die Aufnahmen liegen als digitale Daten vor und lassen sich so weitergeben.
Die Diagnostik und Planung vor einer Implantation bildet den Schwerpunkt bei der Zahl der angefertigten DVT-Aufnahmen. Die digitale Volumentomographie hat sich bundesweit etabliert, weil sie in kritischen Situationen die knöcherne Ausgangslage und anatomische Besonderheiten detailliert und dreidimensional abbildet.
Auch in schwierigen Fällen lassen sich aufwändigere Eingriffe mit einer Erfolg versprechenden Prognose umsetzen, wenn Diagnostik und Planung detailliert und verlässlich sind. Deshalb soll die Entscheidung für einen implantologischen Eingriff in solchen Situationen nur mit Hilfe einer dreidimensionalen Darstellung getroffen werden.
CT, Computertomographie
Eine Computertomographie (CT) wird erstellt, wenn ein Röntgenbild nicht die gewünschten Informationen über die Knochensituation liefert. Bei diesem bildgebenden Verfahren werden viele einzelne digitale Röntgenbilder rechnerbasiert zu einer realistischen Darstellung zusammengefügt.
Hoch entwickelte Computertomographen ermöglichen es, das Knochenangebot zu vermessen und die Knochenqualität durch Dichtemessungen zu analysieren. Die Darstellung ist verzerrungsfrei und metrisch exakt, sodass auch Lage und Verlauf feinster Strukturen wie Nerven räumlich genau nachvollzogen werden können.
Schnittbilder sind einzelne Schichtaufnahmen des Kiefers, auf denen Höhe und Breite des Knochens direkt abgemessen werden können. Durch das Zusammenfügen der Schnittbilder entsteht eine dreidimensionale Darstellung des Kiefers, die eine sehr genaue Diagnose und eine präzise Planung der Implantatposition erlaubt.
DVT - Digitale Volumentomographie
Nein. Die digitale Volumentomographie (DVT) kommt mit einem Bruchteil der Strahlenbelastung einer herkömmlichen Computertomographie aus und liefert dabei eine sehr hohe Auflösung. Die deutlich geringere Strahlenbelastung gilt als wesentlicher Vorteil dieser Technik.
Ja. Anhand der DVT-Daten kann sich ein Behandler schon vor der Operation am Bildschirm durch den Knochen bewegen und Länge, Neigung, Implantattyp und die ideale Position der Implantate festlegen. Der komplette Eingriff lässt sich auf diese Weise virtuell bis ins Detail planen.
Nein, die digitale Volumentomographie wird von den gesetzlichen Krankenkassen nicht erstattet. Empfohlen wird sie nur, wenn sie in komplexen und nicht eindeutigen Situationen hilft, die Implantation besser planbar zu machen und mögliche Risiken zu vermeiden.
Implantatversorgung mit Backward-Planning
Beim Backward-Planning wird von der angestrebten prothetischen Versorgung aus rückwärts geplant. Die Implantate werden genau dort eingesetzt, wo der geplante Zahnersatz sie für eine optimale Befestigung und eine ansprechende Ästhetik benötigt.
Beim Backward-Planning arbeiten Chirurg beziehungsweise Zahnarzt und Zahntechniker als Team zusammen. Sie planen bereits im Vorfeld auf Basis einer digitalen, dreidimensionalen Volumentomographie den individuellen Zahnersatz oder ein Provisorium aus Kunststoff.
Die Analyse der Daten aus der digitalen Implantatplanung liefert präzise Informationen über die bestmögliche Zahnstellung. Mit einer speziellen Planungssoftware werden das passende Implantatdesign und die optimale Implantatposition bestimmt. Umgesetzt wird die Planung mit Hilfe einer Bohrschablone.
Einheilung des Implantats
Osseointegration bezeichnet das feste Verwachsen des Kieferknochens mit dem Implantat während der Einheilzeit. Voraussetzung dafür ist die Primärstabilität, also der mechanische Halt, den das Gewinde des Implantates direkt nach dem Setzen gibt. Die Anlagerung des Knochens schafft die sichere Basis für die neuen Zähne.
Die Oberfläche beeinflusst, wie das Implantat einheilt und wie fest es im Kieferknochen hält. Unterschieden wird zwischen dem Makro-Design, der materiellen Oberflächenstruktur, und dem Mikro-Design, der feinen Ausgestaltung der Oberfläche. Neue, mikroskopisch strukturierte Oberflächen sollen das Einheilen beschleunigen.
Den Zeitpunkt bestimmen die Primärstabilität, also der mechanische Halt beim Eindrehen, und die sekundäre Stabilität durch die Anlagerung des Knochens an das Implantat. Weitere Kriterien sind das Knochenangebot und die Art der geplanten prothetischen Versorgung. Entscheiden kann das nur der behandelnde Arzt.
Digitale Abdrucknahme mit einem intra-oralen Scanner
Ja. Ein intraoraler Scanner wird berührungsfrei an den Zähnen von Ober- und Unterkiefer entlanggeführt und erfasst die Oberflächen von Zähnen und Zahnfleisch; eine spezielle Software wandelt die Daten in ein 3D-Bild um. Dieser Scanvorgang ersetzt die konventionelle Abformung mit Löffel und Abformmaterial.
Beim digitalen Abdruck müssen keine Fremdkörper wie Abdrucklöffel oder Abformmasse längere Zeit im Mund bleiben. Der unangenehme Würgereiz während des Aushärtens der Abdruckmasse und mögliche Unverträglichkeiten gegenüber Abformmaterialien entfallen. Der Scan kann bei Bedarf jederzeit unterbrochen werden.
Die gescannten Daten stehen in Echtzeit zur Verfügung und werden schon während des Scanvorgangs überprüft. Besteht bei einem Areal Optimierungsbedarf, wird das sofort angezeigt. Von intraoralen Scannern werden passgenauere Versorgungen erwartet, damit Abformungen nicht wiederholt und Arbeiten nicht neu angefertigt werden müssen.
Das Eingliedern des Zahnersatzes
Beides ist möglich: Der Zahnersatz kann auf den Implantaten verschraubt oder zementiert werden. Beide Varianten sind festsitzend und können wie natürliche Zähne nicht aus dem Mund genommen werden. Das Befestigen der fertigen Kronen, Brücken oder Zahnreihen nach der Einheilung nennt man Eingliedern.
Wird Zahnersatz mit Halteklammern befestigt, kann das die verbliebenen eigenen Zähne langfristig schädigen. Bei festsitzendem, implantatgetragenem Zahnersatz bleibt Patienten dieser Nachteil erspart, ebenso wie der schlechte Sitz einer klassischen Prothese.
Erst dann, wenn der Patient wieder alles kauen, frei sprechen und unbeschwert lachen kann. Die implantatgetragenen Zähne sollen sich ästhetisch ansprechend und unauffällig in die natürlichen einfügen, nach kurzer Gewöhnungsphase störungsfrei funktionieren und die Mimik nicht nachteilig beeinflussen.
CAD/CAM-Technik ermöglicht computergestützte Zahnrekonstruktionen
Zum Beispiel aus Zirkoniumdioxid, einer hochfesten und biokompatiblen, also gut verträglichen Keramik. Einzelne Zähne, Brücken und ganze Zahnreihen können daraus gefräst werden. Das Material ermöglicht eine überzeugende Passgenauigkeit und eine gute Ästhetik.
Ja. Das im Produktionszentrum gefertigte Gerüst aus Zirkoniumdioxid-Keramik wird anschließend in einem Dentallabor von Hand exakt an die individuell gewählte Zahnfarbe angepasst. So verbindet die Keramik eine überzeugende Passgenauigkeit mit einer hervorragenden Ästhetik.
Nein. Das Modell des präparierten Zahns wird zunächst mit einem Laserscanner digital gescannt, dann modelliert ein Zahntechniker das Gerüst am Computer mit einer speziellen Software. Die Daten gehen an ein Produktionszentrum, das das Gerüst fertigt; die farbliche Anpassung erfolgt anschließend von Hand im Dentallabor.
Schutz vor Periimplantitis
Eine Periimplantitis ist eine bakterielle Entzündung des Gewebes rund um ein eingeheiltes Implantat. Sie führt zu Taschen von über vier Millimetern Tiefe und zu einem schleichenden Knochenrückgang von mehreren Millimetern. Solche Entzündungen sind die häufigste Ursache von Spätkomplikationen und können im schlimmsten Fall den Verlust des Implantates bedeuten.
Eine Entzündung am Implantat verläuft meist schmerzlos und ist für Patienten deshalb schwer zu bemerken. Erste Anzeichen sind Rötung, Blutung und Schwellung des Zahnfleisches rund um das Implantat. Weil die Entzündung so still verläuft, sind regelmäßige Nachkontrollen in der Zahnarztpraxis wichtig, um sie früh zu erkennen.
Eine Mukositis ist mit einer Zahnfleischentzündung vergleichbar: Es kommt zu Blutungen, der Knochen ist aber noch nicht angegriffen und es gibt keine Anzeichen von Knochenverlust. Bei einer Periimplantitis ist der Knochen bereits betroffen, er geht zurück und das Implantat kann sich lockern. Die Mukositis kann einer Periimplantitis vorausgehen.
Neuentwicklung aus Titan und Zirkonium: Roxolid®-Implantate
Roxolid ist ein Implantatmaterial aus Titan und Zirkonium, das speziell für die dentale Implantologie entwickelt wurde. Die Legierung ist stabiler als reines Titan, und mechanische Tests haben die höhere Festigkeit gegenüber Reintitan gezeigt. Sie verspricht zugleich gute Einheilungseigenschaften im Knochen.
Implantate mit kleinerem Durchmesser kommen dort in Frage, wo wenig Knochen oder wenig Platz vorhanden ist, etwa in der Frontzahnregion, bei sehr engen Zahnzwischenräumen oder bei einem zu dünnen Kieferkamm. Ist der Kieferknochen für ein Implantat üblicher Stärke zu schmal, lässt sich das dünnere Implantat gewebeschonend setzen.
Weil ein schmaleres Implantat oft in den vorhandenen Knochen passt, kann ein sonst nötiger Knochenaufbau entfallen. Damit fallen sowohl der zusätzliche Eingriff als auch dessen Einheilzeit weg, und der Behandlungszeitraum verkürzt sich. Auch das chirurgische Trauma ist geringer.
Implantatsysteme müssen Sicherheit bieten
Auf dem Markt sind über hundert verschiedene Implantatsysteme, und nicht jedes davon hat die volle Praxisreife. In Deutschland wurden 2016 mehr als 900.000 Implantate gesetzt. Studien und wissenschaftliche Bewertungen helfen dabei, ein geeignetes System auszuwählen.
Ja, denn nur international tätige Hersteller können auch im Ausland Hilfe sicherstellen. Das ist wichtig für Menschen, die beruflich oder privat viel reisen. Bei sehr kleinen Systemen kann es schon innerhalb Deutschlands Probleme geben, wenn passende Werkzeuge und Komponenten fehlen oder sich kein mit dem System vertrauter Zahnarzt findet.
Bei etablierten Systemen müssen prothetische Komponenten und Aufbauteile auch nach einem Modellwechsel noch über Jahre lieferbar sein. Die Praxis hat allerdings gezeigt, dass sich manche zunächst erfolgversprechende Systeme am Markt nicht durchsetzen konnten. Deshalb lohnt vor der Behandlung ein Blick darauf, wie beständig das gewählte System ist.
Implantatoberflächen sorgen für einen festen Halt des Implantats
Die meisten Implantatausfälle treten in der frühen Behandlungsphase auf, also in den ersten acht Wochen nach dem Setzen des Implantates. Das zeigt die klinische Erfahrung. Weil immer mehr Implantate gesetzt werden, rückt die Verringerung der Risiken gerade in dieser frühen Phase in den Mittelpunkt.
Zusammensetzung, Rauigkeit und Struktur der Oberfläche entscheiden mit darüber, wie sicher sich Knochen und Weichgewebe an das Implantat anlagern. Davon hängen die Primärstabilität direkt nach dem Setzen und die Sekundärstabilität nach der Einheilung ab. Aufgeraut wird der Bereich des Implantates, der mit dem Knochen in Berührung kommt.
Die SLA-Oberfläche entsteht in zwei Schritten: Zuerst wird die Titanoberfläche mit grobem Korn sandgestrahlt, danach folgt für einige Minuten ein starkes Säurebad. So entsteht eine Struktur, mit der sich die Knochenzellen verbinden können. Kurz nach ihrer Einführung galt diese Oberfläche als Goldstandard.
Aktive Implantatoberflächen zur Optimierung der Implantatstabilität
Eine aktive Implantatoberfläche ist hydrophil, sie zieht Flüssigkeit also an. Herkömmliche Titanoberflächen sind dagegen hydrophob und stoßen Flüssigkeiten ab. Die aktive Oberfläche zieht rasch Blut und Proteine an und soll dadurch die Knochenbildung rund um das Implantat fördern.
Durch die molekulare Optimierung der Implantatoberfläche soll sich die durchschnittliche Einheilzeit verkürzen lassen. Der Kontakt zwischen Knochen und Implantat soll früh und rund um die ganze Oberfläche deutlich verstärkt werden, wodurch Heilung und Osseointegration, also das feste Einwachsen in den Knochen, beschleunigt werden sollen.
Die aktiven Oberflächen sind eine Weiterentwicklung des bewährten SLA-Konzepts. Sie zielen auf die Stabilität des Implantates in der kritischen frühen Behandlungsphase und sollen die Sicherheit in der Einheilzeit erhöhen. Damit soll die Behandlung besser vorhersagbar werden.
Temporäre Implantate
Temporäre Implantate, auch Interimsimplantate genannt, sind dünnere Implantate, die zwischen die eigentlichen Implantate in den Kieferknochen gesetzt werden. Sie heilen durch das Zahnfleisch hindurch ein und dienen während der Einheilzeit als vorübergehende Verankerung für einen provisorischen Zahnersatz.
Auf temporären Implantaten lässt sich entweder eine zahnfarbene, festsitzende Brücke verankern oder eine fest fixierte, aber herausnehmbare Prothese. Auch eine vorhandene Prothese kann dafür umgearbeitet werden. So verlässt ein Patient die Praxis am Tag der Implantation mit seinem provisorischen Zahnersatz.
Ja, nach der Einheilung der permanenten Implantate werden die Interimsimplantate wieder entfernt. Bis dahin halten sie jede Belastung von den definitiven Implantaten und von aufgebauten Knochenbereichen fern. Damit sollen Mikrobewegungen vermieden werden, die das Einwachsen in den Knochen stören.
Implantate - Garantie/Gewährleistung
Markenhersteller geben in der Regel eine mehrjährige Garantie auf das Implantat und dessen Aufbauteile. Dazu kommen Leistungen wie klinische Dokumentation, Kompatibilität der Produktteile und Schulungen für die Behandler. Wichtig ist, vor der Behandlung zu klären, was die Zusage im Einzelnen umfasst.
Sinnvolle Fragen sind: Ab wann greift die Zusage, welche Kosten werden ersetzt, gibt es Höchstgrenzen oder ausgeschlossene Leistungen, wie lange läuft sie und an welche jährlichen Kontroll- und Prophylaxetermine ist sie gebunden. Einschränkungen und Ausschlüsse müssen für Patienten schon vor der Implantatversorgung nachvollziehbar sein.
Garantiezusagen können indikationsspezifische Einschränkungen enthalten, und starkes Rauchen wird dabei ausdrücklich genannt. Ebenso können ein unterbliebener, aber notwendiger Knochenaufbau oder die Einnahme bestimmter Medikamente eine Rolle spielen. Was im Einzelfall gilt, muss vor der Behandlung nachvollziehbar dargelegt werden.
Planung der individuellen Implantatlösung
Vor einer Implantation muss eine gesunde Mundsituation vorliegen. Kariöse Defekte, Zahnbeläge (Plaque) und Zahnstein an den Zahnwurzeln müssen beseitigt sein. Auch Zahnfleischerkrankungen, Zahnfleischtaschen und Veränderungen an den Wurzelspitzen sollten erfolgreich behandelt und ausgeheilt sein, bevor der Eingriff geplant wird.
Ob ein Zahn noch erhaltungswürdig ist, muss im Einzelfall geklärt werden. Dabei zählen der Aufwand der Behandlung, die Erfolgsprognose, prothetische Gesichtspunkte und auch die Kosten für den Erhalt des Zahnes. Nicht mehr erhaltungswürdige Zähne sollten vor dem implantatchirurgischen Eingriff entfernt werden.
Im Beratungsgespräch werden der Ablauf der Behandlung, das zu erwartende Ergebnis und die Risiken erklärt. Auch alternative Behandlungsmöglichkeiten müssen vorgestellt werden. Über die Kosten informiert ein Heil- und Kostenplan, in dem alle Einzelposten aufgeschlüsselt sind. Vorausgehen muss zudem eine detaillierte Diagnostik.
Zahnfleischerkrankungen - Parodontale Erkrankungen
Zahlreiche Studien belegen einen Zusammenhang zwischen schlechter Mundgesundheit und Herzinfarkt oder Schlaganfall. Aktuelle Veröffentlichungen nennen bei Patienten mit chronischen Entzündungsprozessen an den Zähnen ein bis zu 25 Prozent erhöhtes Risiko für eine koronare Herzerkrankung. Auch Zusammenhänge mit Rheuma und Arthritis sind untersucht und belegt.
Bei einer Parodontitis sammeln sich entzündliche Stoffe in den vertieften Zahnfleischtaschen. Über die Blutbahn können sie in andere Bereiche des Körpers gelangen und dort weitere Erkrankungen auslösen. Eine Zahnfleischerkrankung bleibt deshalb nicht auf den Mund beschränkt, sondern kann die Gesundheit insgesamt beeinträchtigen.
Die meisten Zahnfleischerkrankungen und ihre Folgen lassen sich abwenden, wenn früh behandelt wird, die Mundhygiene gründlich ist und der Patient aktiv mitarbeitet. Dazu kommt eine langfristige Betreuung durch das zahnärztliche Team. Da eine Erkrankung auch den übrigen Körper belasten kann, hilft die Früherkennung dem ganzen Menschen.
Gingivitis, die entzündliche Veränderung des Zahnfleischs
Zahnfleischbluten bei Berührung ist ein typisches Zeichen einer Gingivitis, also einer entzündlichen Veränderung des Zahnfleischs. Ausgelöst wird sie meist durch bakterielle Beläge und beginnt in den Zahnzwischenräumen. Das Gewebe am Zahnhals ist dann gerötet oder geschwollen und blutet bei Kontakt mit Interdentalbürste oder Sonde.
Nein, richtig ist das Gegenteil: Gerade an den entzündeten Stellen muss der Zahnbelag besonders gründlich entfernt werden. Viele schonen den blutenden Bereich und reinigen ihn deshalb weniger gut. Durch sorgfältige und dauerhaft verbesserte Zahnpflege zu Hause kann eine Zahnfleischentzündung wieder abheilen.
Eine unbehandelte Gingivitis kann auf Dauer das Zahnhalte- und Zahnstützgewebe gefährden, an einzelnen oder mehreren Zähnen kann eine Parodontitis entstehen. Die Entzündung kann die Fasern zerstören, die die Zähne mit dem Kieferknochen verbinden, und später zum Knochenabbau führen. Die Zähne lockern sich dann und können verloren gehen.
Parodontitis, die entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates
Nein. Die Parodontitis ist eine entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates und wird umgangssprachlich oft Parodontose genannt, medizinisch korrekt ist das nicht. Die Parodontose selbst verläuft nicht entzündlich. Eine Parodontitis kann in jedem Alter, an einem oder mehreren Zähnen und in verschiedenen Schweregraden auftreten.
Auslöser sind Bakterien, die sich zwischen Zahn und Zahnfleisch ansammeln. Werden die Beläge nicht mit Zahnbürste und Zahnseide entfernt, entsteht daraus harter Zahnstein, und die Bakterien wandern am Zahn entlang in die Tiefe. So bilden sich tiefe Taschen, die sich mit herkömmlichen Reinigungsmethoden nicht mehr säubern lassen.
Das Immunsystem bildet gegen die Bakterien Enzyme, die jedoch nicht nur die Keime beseitigen, sondern auch den Zahnhalteapparat zerstören. Im fortgeschrittenen Stadium baut sich der Kieferknochen ab. Ohne intakten Zahnhalteapparat hat der Zahn in seinem Zahnfach keinen Halt mehr, er lockert sich und kann verloren gehen.
Befundaufnahme bei einer Parodontalerkrankung
Weil Vorerkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck, eingenommene Medikamente und Gewohnheiten für die Beurteilung wichtig sind. Sie werden bei der Befundaufnahme zusammen mit den akuten Symptomen erfragt. Oft wird zusätzlich nachgefragt, ob Familienangehörige an einer Parodontitis erkrankt waren oder sind.
Ja, es gibt eine familiäre Vorbelastung. Tritt eine Parodontitis trotz gewissenhafter Mundhygiene auf, lässt sich mit einem Gentest untersuchen, ob eine solche Vorbelastung vorliegt. Bei genetisch vorbelasteten Patienten besteht ein stark erhöhtes Risiko, an einer Parodontitis zu erkranken.
Der Parodontalstatus ist eine Übersicht über das Krankheitsbild, die der Zahnarzt vor Behandlungsbeginn in ein zweiseitiges Formular einträgt. Grundlage sind klinische und röntgenologische Befunde, unter anderem die gemessenen Taschentiefen. Aus der Diagnose stellt der Zahnarzt anschließend den Therapieplan mit allen weiteren Behandlungsschritten auf.
Ist Gewebeaufbau möglich?
Schmelzmatrixproteine sind Eiweiße, mit denen sich der Wiederaufbau des Zahnhalteapparats fördern lässt. Sie ahmen die Vorgänge nach, die während der Zahnentwicklung ablaufen, und ermöglichen es dem Körper dadurch, den natürlichen Zahnhalteapparat aus Wurzelzement, Faserbündeln und Knochen neu zu bilden.
Die natürliche Verankerung besteht aus drei Grundelementen: dem Wurzelzement, winzigen Faserbündeln, die Wurzelzement und Kieferknochen miteinander verbinden, und dem Kieferknochen selbst. Hat sich dieser Zahnhalteapparat durch eine Parodontitis abgebaut, lässt er sich je nach Ausprägung des Abbaus teilweise wieder aufbauen.
Normalerweise reicht eine einmalige Anwendung aus. Der dadurch angeregte regenerative Prozess setzt sich anschließend über einen längeren Zeitraum fort, meist über mehr als ein Jahr. Wie viel Gewebe zurückgewonnen werden kann, hängt davon ab, wie stark der Zahnhalteapparat abgebaut ist.
Geweberegeneration nach einer Initialbehandlung
Nein. Der durch die Entzündung verloren gegangene Knochen wächst ohne unterstützende Maßnahmen nicht wieder nach. Auch die übrigen Gewebe des Zahnhalteapparates stellen sich von selbst nur spärlich wieder her. Je nach Ausprägung des Abbaus lässt sich der Zahnhalteapparat durch regenerative Maßnahmen teilweise wieder aufbauen.
Das lange Saumepithel ist ein Gewebe, das der Körper bei seinen eigenen Reparaturen zusammen mit Narbengewebe bildet. Der Zahn ist dann nicht mehr über das Ligament fest mit dem Knochen verbunden, sondern nur noch von Bindegewebe umgeben. Zudem entsteht eine Rutschbahn, über die neue Bakterien die Zahnfleischtasche wieder besiedeln können.
Nicht unbedingt. Nach der Initialbehandlung herrscht zwar wieder eine entzündungsfreie Umgebung, die tiefen Zahnfleischtaschen können aber weiterhin vorhanden sein. In vielen Fällen ist deshalb eine ergänzende Behandlung nötig, die dem Körper beim Wiederaufbau des Zahnhalteapparates hilft.
Mit Membrantechnik gesteuerte Geweberegeneration
Die Membran dient als mechanische Barriere zwischen Knochendefekt und Weichgewebe, damit der Defekt ungestört heilen kann. Sie verhindert, dass die Mukosa, also das Weichgewebe, in den Hohlraum des Knochendefekts einwächst, und ermöglicht dort eine ungestörte Besiedelung durch knochenbildende Zellen.
GTR steht für die gesteuerte Geweberegeneration, GBR für die gesteuerte Knochenregeneration. Beide arbeiten mit der Membrantechnik und kommen infrage, wenn ein durch eine Parodontitis verloren gegangener Knochen durch regenerative Maßnahmen ausgeglichen werden soll. Möglich ist das in bestimmten Fällen.
Weil weiches Gewebe schneller heilt als Knochen. Ohne Barriere würde es in den Defekt einsprossen und die Bildung des neuen Knochens gefährden. Deshalb wird es mit einer Membran vom Defekt ferngehalten, damit sich dort knochenbildende Zellen ansiedeln können.
Behandlung mit einer Antibiotika-Therapie
Antibiotika kommen infrage, um Keime zu verringern und auch die tiefsten, schlecht zugänglichen Stellen der Zahnfleischtaschen zu erreichen. Sie werden begleitend zur Behandlung eingesetzt oder als spezielles Präparat direkt in die Zahnfleischtaschen gegeben. Voraussetzung sind eine optimale Belagkontrolle und die gewissenhafte Mitarbeit des Patienten.
Chlorhexidin-Präparate verringern die Zahl der Bakterien, wenn sie in die infizierten Zahnfleischtaschen eingebracht werden. Auch Spülen mit bakterienreduzierenden Lösungen kann die Initialtherapie unterstützen. Welche Maßnahmen zusammengestellt werden, richtet sich nach der geplanten Therapie und dem einzelnen Patienten.
Nur bedingt. Bei der klassischen, konservativen Parodontaltherapie werden verlorene Gewebe nur in Grenzen zurückgewonnen. Ist der Substanzverlust groß, muss nach Abschluss dieser Behandlung neues Gewebe durch einen chirurgischen Eingriff aufgebaut werden.
Regenerative Behandlung zum Wiederaufbau des Zahnhalteapparats
Die Regeneration beginnt unmittelbar nach der Behandlung mit Schmelzmatrixproteinen und setzt sich über einen längeren Zeitraum fort. In manchen Fällen dauert der substanzbildende Prozess mehr als ein Jahr. Wieder aufgebaut werden dabei Wurzelzement, Faserbündel und Knochen.
Schmelzmatrixproteine sind wissenschaftlich dokumentierte Produkte und weltweit bei mehr als einer Million Patienten angewendet worden. Sie ahmen die Vorgänge nach, die während der Zahnentwicklung ablaufen, und ermöglichen es dem Körper so, den natürlichen Zahnhalteapparat wiederherzustellen.
Narben- und Bindegewebe beeinflussen die Prognose der zuvor erkrankten Zähne negativ. Regenerative Methoden wie die Anwendung von Schmelzmatrixproteinen sollen das vermeiden und stattdessen den kompletten Zahnhalteapparat aus Wurzelzement, Ligament und Knochen wiederherstellen, möglichst gleich in Form und Funktion.
Rezessionsdefekt - Rückgang von Zahnfleisch und Knochen
Es gibt Erkrankungen, bei denen sich das Zahnfleisch und der darunterliegende Knochen zurückziehen, ohne dass vorher eine Entzündung vorlag. Häufige Ursachen sind falsches Zähneputzen, Zahnfehlstellungen oder Zähneknirschen. In der Parodontologie wird dieser weitgehend entzündungsfreie Rückgang als Rezessionsdefekt bezeichnet.
Nein. Der Schwund des Zahnfleischs ist zwar eine ästhetische Einschränkung, kann aber auch Beschwerden verursachen. Durch die freiliegenden Zahnhälse und deren Überempfindlichkeit entstehen für den Betroffenen häufig Schmerzen.
Bleibt die Parodontitis unbehandelt, schreitet der entzündliche Prozess fort und erreicht nach einiger Zeit tiefer gelegene Regionen der Zahnwurzel. Dabei entstehen knöcherne Defekte, die zumeist trichterförmig sind und sich im Bereich der Zahnzwischenräume finden.
Zahnbelag, der Biofilm aus Bakterien
Schon nach zwei Tagen schädigt der Belag den Zahnschmelz. Zahnbelag, auch Plaque oder Biofilm genannt, besteht aus Bakterien und deren Stoffwechselprodukten, Nahrungsresten und Bestandteilen des Speichels. Er ist zäh, haftet fest an den Zähnen und wächst weiter, wenn er nicht entfernt wird.
Weil der zunächst weiche Belag sich im Laufe der Zeit zu einer harten Schicht entwickelt, die mit der Zahnbürste nicht mehr zu entfernen ist. Dieser Zahnstein hat eine raue Oberfläche, und genau die ist die ideale Basis für die Anlagerung weiterer Bakterien.
Nein. In einer gesunden Mundhöhle besteht unter normalen Bedingungen ein komplexes Gleichgewicht zwischen den Bakterien auf der Schleimhaut und auf den Zahnoberflächen. Erst wenn dieses Gleichgewicht durch verschiedene Faktoren stark verschoben wird, können sich krankheitserregende Keime vermehren und schädigend wirken.
Initialtherapie bei Parodontalerkrankungen
Bei der Kürettage werden Zahnfleischtaschen und Wurzeloberflächen unter örtlicher Betäubung gründlich gereinigt. Mit speziellen Instrumenten, zum Beispiel Ultraschallinstrumenten, entfernt der Behandler die harten Beläge, die tief unter dem Zahnfleisch auf den Zahnwurzeln haften, und glättet die Wurzeln. Eine geschlossene oder offene Kürettage wird in der Regel von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt.
Nicht zwingend. Gewebeschonendere, oft minimal invasiv genannte Methoden ermöglichen es, auch tiefere Zahnfleischtaschen zu säubern, ohne sie aufzuschneiden. Ziel der Behandlung ist es, die Keime zu entfernen, die die Erkrankung verursachen, die Taschen zu verkleinern und eine gesunde Bakterienflora herzustellen.
Bereits stark gelockerte Zähne können gegebenenfalls stabilisiert werden, indem sie auf der Rückseite durch eine Schiene miteinander verbunden werden. Zusätzlich werden in der ersten Phase der Behandlung Schlupfwinkel für Bakterien beseitigt, wie sie etwa bei überstehenden Kronenrändern oder beschädigten Füllungen entstehen.
Erstbesuch der Zahnarztpraxis
Empfohlen wird der erste Besuch innerhalb eines halben Jahres nach dem Durchbruch des ersten Milchzahns, normalerweise also um den ersten Geburtstag herum. Eltern sollten den Termin rechtzeitig ankündigen, damit das Kind sich darauf einstellen kann.
Kinder nehmen die Ängste ihrer Eltern unterbewusst auf. Deshalb kommt es auf eine positive Wortwahl an. Sätze wie „Du brauchst keine Angst zu haben“ oder „das tut ganz bestimmt nicht weh“ setzen die falschen Signale. Besser ist eine Formulierung wie „Du kannst dich freuen, heute werden deine Zähne gründlich angesehen“.
Weil die erste Behandlung für Kinder sehr prägend ist, eignet sich eine Prophylaxebehandlung als sanfter Einstieg. Regelmäßige Kontrollbesuche helfen dem Kind, eine positive Beziehung zum Zahnarzt aufzubauen. Nebenbei werden auftretende Probleme früh erkannt und sind dann leicht zu behandeln.
Ab wann Zähne putzen?
Ja. Schon vor dem Durchbruch der ersten Zähnchen kann der Kieferkamm regelmäßig und sanft mit einer weichen Kinderzahnbürste massiert werden. Besonders geeignet sind Fingerzahnbürsten, weil sich mit ihnen der ausgeübte Druck sehr gut dosieren lässt.
Kleine Kinder sind schon sehr früh durch verschiedene Zuckerarten gefährdet, die zu Karies führen können. Spätestens sobald der erste Zahn durchgebrochen ist, sollte deshalb mit dem Zähneputzen begonnen werden. Wird früh und spielerisch angefangen, akzeptieren Kinder das Putzen besser und gewöhnen sich an sorgfältige Mundhygiene.
Gepflegte Milchzähne sind die beste Voraussetzung für gesunde bleibende Zähne. Wer als Kind die richtige Zahnpflege lernt, hat eine große Chance, sich auch als Erwachsener an gesunden Zähnen zu erfreuen.
Eingriffe mit dentaler Lasertechnik
Dentale Laser kommen unter anderem bei der Präparation eines Zahns für eine Füllung, bei der Sterilisation von Wurzelkanälen, bei der Freilegung von Implantaten und bei der sanften Kariesentfernung zum Einsatz. Ein weiteres Einsatzgebiet ist die Bekämpfung von Infektionen am Zahnfleisch. Auch bei der Versiegelung von Zähnen unterstützt der Laser das Ergebnis.
Mit dem hochenergetischen Licht dentaler Lasertechnik können Eingriffe schonender durchgeführt werden. Behandlungen an Zähnen, Zahnfleisch und den Weichgeweben der Mundhöhle sollen weniger invasiv und weniger belastend ausfallen. Ziel des Lasereinsatzes sind gewebeschonende Eingriffe und steriles, blutungsarmes Arbeiten.
Laserbehandlungen gehören heute mehr und mehr zum Praxisalltag der Zahnmedizin, weil sich immer mehr effiziente Therapiemöglichkeiten etabliert haben und wissenschaftlich belegt sind. Für welchen Eingriff der Laser sinnvoll ist, entscheidet der Zahnarzt.
Zahnextraktion - wenn Zähne entfernt werden müssen
Mit Zahnextraktion ist die Entfernung eines Zahnes gemeint, ohne dass ein größerer Schnitt erforderlich ist; dabei wird der komplette Zahn entfernt. Reicht das nicht aus, etwa weil der Zahn ungünstig liegt oder die Wurzel gekrümmt ist, wird operativ vorgegangen.
Eine operative Zahnentfernung kann bei brüchigen Zahnwurzeln nötig werden, ebenso wenn der Zahnhals zerstört oder stark beschädigt ist, wenn die Zahnwurzel gekrümmt oder abgewinkelt ist oder wenn die gesamte Zahnsubstanz durch Karies stark geschädigt ist. Auch verlagerte Zähne, die teilweise oder ganz unter dem Zahnfleisch liegen, werden operativ entfernt.
Das Ziehen eines Zahnes ist ein Routineverfahren, das in den meisten Fällen unter örtlicher Betäubung erfolgen kann, als Infiltrations- oder Leitungsanästhesie. Bei komplizierter Lage des Zahnes, bei der Entfernung mehrerer Zähne oder auf Wunsch des Patienten kann der Eingriff auch unter Narkose stattfinden.
Ohne Angst zur Zahnbehandlung
Angst, eine gewisse Besorgnis und ein unangenehmes Gefühl vor einem bevorstehenden Zahnarztbesuch sind eine Reaktion, die bei vielen Menschen auftritt. Dank präziser Schmerzausschaltung gibt es dafür heute jedoch keinen Grund mehr, denn die Betäubung ist exakt dosierbar und sicher.
Die Schmerzausschaltung ist heute exakt dosierbar und sicher und macht auch langwierige und komplexe Eingriffe kaum spürbar. Patienten können eine Behandlung dadurch entspannt und ruhig erleben. Welches Verfahren zum Einsatz kommt, wird in jedem Einzelfall zwischen Behandler und Patient entschieden.
Individuell auf den einzelnen Patienten abgestimmte Behandlungskonzepte ermöglichen eine entspannte Behandlung in ruhiger Atmosphäre. Neue, schonende Therapievarianten und minimal invasive Eingriffe reduzieren die Belastung deutlich und erleichtern besonders sensiblen Menschen den Besuch einer Zahnarztpraxis.
Narkose durch den Anästhesisten
Die Art der Schmerzausschaltung reicht von der örtlichen Betäubung über die Sedierung und die Dämmerschlafnarkose bis zur Vollnarkose. Sie wird genau auf den Eingriff und auf das persönliche Schmerzempfinden des Patienten abgestimmt. Welches Verfahren infrage kommt, wird in einem ausführlichen Beratungsgespräch besprochen.
Bei Behandlungen unter Vollnarkose betreut ein speziell weitergebildeter Facharzt für Anästhesie den Patienten während des Eingriffs und in der Aufwachphase. Der Anästhesist leitet die Narkose ein und überwacht lückenlos die Körperfunktionen wie Herzschlag, Atmung und Blutdruck. Auch nach dem Eingriff werden die Vitalfunktionen in speziellen Aufwachräumen ständig kontrolliert.
Eingriffe bei Patienten mit Risikofaktoren erfolgen unter Kreislaufüberwachung und professionellem, lückenlosem Monitoring. Über die passende Form der Schmerzausschaltung entscheiden Patient, behandelnder Arzt und bei einer Narkose zusätzlich der Anästhesist gemeinsam im Beratungsgespräch.
Endodontische Behandlung oder Wurzelspitzenresektion
Ziel einer Wurzelkanalbehandlung, auch endodontische Behandlung genannt, ist es, einen Zahn funktionsfähig zu erhalten. Dabei werden Bakterien und Entzündungen des Zahnnervs im Innenraum des Zahnes behandelt und der verbleibende Hohlraum versiegelt. In den meisten Fällen lassen sich Entzündungen auf diesem Weg heilen.
Nach einer erfolgreichen Wurzelkanalbehandlung sind der behandelte Zahn und die ihn umgebenden Strukturen wieder symptomfrei. Die vollständige Heilung wird zusätzlich mit einer Röntgenaufnahme überprüft. Ein erfolgreich wurzelkanalbehandelter Zahn sollte einen Parodontalspalt normaler Breite aufweisen.
Dann bietet die Wurzelspitzenresektion noch eine Möglichkeit, die Zahnsubstanz zu retten. Dabei werden die infizierte Spitze der Zahnwurzel und das umgebende entzündete Gewebe in einem ambulanten Eingriff entfernt, in der Regel unter örtlicher Betäubung. Anders als bei der konventionellen Wurzelbehandlung über die Zahnkrone wird die Wurzel dabei durch den Kieferknochen erreicht.
Sportmundschutz - der wichtige Schutz für Ihre Zähne
Empfohlen wird ein Sportmundschutz für Kinder, Jugendliche und sportlich aktive Erwachsene. Bei einer Vielzahl von Sportarten besteht eine nicht unerhebliche Verletzungsgefahr für Lippen, Wangen, Zunge und Zähne. 95 Prozent aller Zahnverletzungen ereignen sich vor dem 21. Lebensjahr, etwa beim Inline-Skaten oder beim Skateboardfahren.
Er bewahrt vor unnötigem Zahnverlust, vor ärgerlichen Verletzungen und vor Frakturen, also Brüchen der Zähne. Gefährdet sind neben den Zähnen auch Lippen, Wangen und Zunge. Auch für Erwachsene ergibt sich bei vielen Sportarten ein erhöhtes Risiko für solche Verletzungen.
Zuerst nimmt der Zahnarzt einen Abdruck. Danach fertigt ein Dentallabor den Schutz individuell und sportspezifisch für seinen Träger aus einem speziellen Kunststoff an. Weil Kunststoff verwendet wird, sind bei der gewünschten Farbgebung der Fantasie kaum Grenzen gesetzt.
Schnarchschienen - Hilfe bei schlafbezogenen Erkrankungen
Schnarchen kann viele Gründe haben. Häufig sinkt die Zunge in den Rachenraum zurück und engt dort die Atemwege ein. An dieser Engstelle gerät das Gewebe in Schwingung, und diese Vibration erzeugt das Geräusch. Schnarchen gilt als Schlafstörung und nimmt mit dem Alter zu.
Eine Schnarchschiene ist eine mechanische Konstruktion, die den Unterkiefer zuverlässig und kontrolliert in eine vorgelagerte Position bringt. Dadurch soll der Luftweg geöffnet und das Schnarchen verhindert werden. Die Schiene gilt als erste und einfachste Hilfe bei Schnarchen.
Nein, die Schiene besteht normalerweise aus Kunststoff und wird in einem speziellen Verfahren individuell für die eigenen Zähne gefertigt. Vor der Behandlung einer Schlafstörung steht außerdem die genaue Diagnose, denn in der Wissenschaft werden sehr verschiedene schlafbezogene Erkrankungen unterschieden.
Dentoalveoläre Chirurgie
Der Begriff setzt sich aus dem lateinischen Wort Dens für Zahn und dem Wort Alveole zusammen, dem medizinischen Fachbegriff für das Zahnfach. Gemeint ist damit die Chirurgie der Mundhöhle, also die kleineren chirurgischen Eingriffe an den Zähnen und am benachbarten Kieferknochen.
Ja. Zur dentoalveolären Chirurgie zählen unter anderem die Weisheitszahnentfernung, die chirurgische Zahnentfernung und die Zahnextraktion, Wurzelspitzenbehandlungen und Wurzelentfernungen sowie das Entfernen oder Freilegen von Zähnen, die im Knochen liegen oder tief zerstört sind.
Die modernen Techniken der dentoalveolären Chirurgie beruhen zunehmend auf möglichst minimalinvasiven Methoden, also auf Verfahren mit möglichst kleinem Zugang und geringer Belastung des Gewebes. Entwickelt werden sie mit dem Ziel größtmöglicher Patientensicherheit.
Lippen-Kiefer-Gaumenspalten
Sie bildet sich bereits während der Schwangerschaft. Eine solche Spalte beeinflusst nicht nur das Aussehen, sie kann auch zu erheblichen funktionalen Störungen beim Kauen, Schlucken und Sprechen führen. Behandelt wird sie deshalb nach einem lang angelegten Konzept.
Die Behandlung erfolgt immer fachübergreifend und in enger Abstimmung zwischen Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg, Kieferorthopäde, Hals-Nasen-Ohren-Arzt und Logopäde. Ziel ist ein normalisiertes Erscheinungsbild und eine beschwerdefreie Funktion des Kauapparates, möglichst bis zur Einschulung.
Die Gaumenplatte ist im Normalfall einer der ersten Behandlungsschritte und wird dem Kind in den ersten Lebenstagen eingesetzt. Sie erleichtert dem Baby das Trinken. Durch Ausschleifen an der Unterfläche der Platte lässt sich zusätzlich der Zahnbogen ausformen oder die Spalte verschmälern.
Traumatologie, Behandlung unfallbedingter Verletzungen
Durch ein Trauma verlorene Zähne, Weichteilverletzungen sowie Verletzungen der Kiefer oder der Knochenstrukturen des Schädels gehören in die Hand von Spezialisten für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. Sie arbeiten mit modernen bildgebenden Verfahren, um alle Verletzungen zu erkennen und Risiken möglichst auszuschließen.
Die Osteosynthese ist ein operatives Verfahren der Frakturversorgung, also der Behandlung von Knochenbrüchen. Die zusammengehörigen Knochenfragmente werden dabei in eine möglichst normale Stellung gebracht und mit Platten und Schrauben fixiert. Ziel ist die schnelle Wiederherstellung der vollen Funktionsfähigkeit.
Verletzungen der Gesichtsschädelknochen werden nach Möglichkeit intraoral versorgt. Das heißt, die Schnittführung verläuft innerhalb der Mundhöhle. Sichtbare Narben im Gesicht lassen sich auf diesem Weg gering halten.
Dysgnathiechirurgie - Behandlung einer Kiefer- oder Zahnfehlstellung
Bei einer Dysgnathie sind Oberkiefer und Unterkiefer ungleich entwickelt, das Gesichtsprofil wirkt unharmonisch. Hinzu kommen funktionelle Folgen wie eine behinderte Nasenatmung, Probleme mit den Kiefergelenken und frühzeitiger Zahnverlust.
Nein. Eine dentale Dysgnathie, also eine Fehlstellung der Zähne, und kleinere skelettale Abweichungen der Kiefer lassen sich kieferorthopädisch behandeln. Erst größere Abweichungen werden operativ reguliert, und zwar in enger Abstimmung mit dem Kieferorthopäden.
Nein. Die Korrektur von Kiefer- und Zahnfehlstellungen ist notwendig, um funktionellen Problemen wie einer gestörten Kaufunktion oder Kiefergelenksbeschwerden durch dauerhafte Über- und Fehlbelastung vorzubeugen oder sie zu beseitigen. Die Korrektur kann ohne äußere Hautschnitte und mit minimalinvasiven Operationsmethoden erfolgen.
Kariesinfiltration - Verfahren ohne Bohren
Nicht in jedem Fall. Bei der Kariesinfiltration wird ein dünnflüssiger Kunststoff in die Schmelzkaries eingebracht, der die Diffusionswege für kariesverursachende Säuren blockiert. Bohren ist bei dieser Form der Kariesbehandlung nicht notwendig.
Das Verfahren beruht darauf, eine beginnende Zahnfäule möglichst früh zu behandeln, bevor das gefürchtete Loch im Zahn entsteht. Je eher die beginnende Karies entdeckt wird, umso besser. Es handelt sich um ein mikroinvasives Verfahren, das gesunde Zahnsubstanz schonen soll.
Nach dem Aushärten verhindert der eingedrungene Kunststoff, dass kariesverursachende Keime weiter vordringen. Auch die Kohlenhydrate, die diese Keime zur Vermehrung brauchen, und deren Stoffwechselprodukt Säure gelangen nicht mehr in die Tiefe. Diese Säure ist für die Demineralisierung, also die Entkalkung der Zahnsubstanz, verantwortlich.
Einsatz von OP-Mikroskopen in der Mikrochirurgie
Das OP-Mikroskop stellt verborgene, filigrane Bereiche dar, die sich dann auch behandeln lassen. Möglich sind bis zu 25-fache Vergrößerungen. Die Beleuchtung setzt das Licht genau dorthin, wo es gebraucht wird, sodass sich selbst Wurzelkanäle ausleuchten und abbilden lassen.
Eingesetzt wird es bei Wurzelkanalbehandlungen, also in der Endodontie, bei chirurgischen Eingriffen für präzisere Operationsverfahren, bei der Behandlung parodontaler Erkrankungen, also von Erkrankungen des Zahnhalteapparates, und in der Füllungstherapie.
Die vergrößerte Darstellung eröffnet minimalinvasive Therapieverfahren, also Eingriffe mit möglichst kleinem Zugang. Auch komplexe Eingriffe lassen sich mit hoher Präzision und maximaler Schonung der Zahnsubstanz durchführen. Behandeln lässt sich nur, was wirklich zu sehen ist.
Ozontherapie - Erreger nebenwirkungsfrei abtöten
Eine klassische Indikation der Ozontherapie ist die Behandlung einer Parodontitis, also einer Entzündung des Zahnhalteapparates. Der Einsatz von Ozon soll die Keimzahl in den Zahnfleischtaschen senken und kann die Blutungsneigung reduzieren.
Ja, zur Desinfektion schwer zugänglicher Wurzelkanäle. Vor der Ozontherapie werden die Kanäle mechanisch vorbehandelt und gereinigt. Weitere Anwendungsgebiete sind Kiefergelenk-Neuralgien sowie die Keimreduzierung bei Karies am Zahnhals und an glatten Zahnflächen.
Verwendet wird eine winzige Menge, die als unschädlich gilt und die Erreger schmerzarm und ohne Nebenwirkungen abtöten soll. Für den Patienten liegt der Vorteil in einer schmerzarmen und kürzeren Behandlung als bei einer konventionellen Therapie.
Studien zu Implantatkosten und Lebensqualität
Wirtschaftlich empfiehlt sich eine Implantatlösung vor allem dann, wenn die übrigen Zähne gar nicht oder nur minimal versorgt werden müssen und ausreichend Kieferknochen vorhanden ist. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung zur Wirtschaftlichkeit von Implantaten beim Ersatz einzelner fehlender Zähne.
Ja. Eine wissenschaftliche Übersichtsarbeit zur Kosteneffektivität von Zahnimplantaten bewertet das einzelne Implantat beim Ersatz eines einzelnen Zahns als kosteneffektive Behandlungsoption im Vergleich zur traditionellen dreigliedrigen festsitzenden Brücke.
Beim Ersatz mehrerer Zähne waren Implantate in Untersuchungen zwar mit höheren anfänglichen Kosten verbunden als andere Behandlungsoptionen, zugleich aber mit stärkeren Verbesserungen der Lebensqualität, die mit der Mundgesundheit zusammenhängt. Das gilt für festsitzenden wie für herausnehmbaren implantatgetragenen Zahnersatz.
Präzise Schmerzausschaltung bei der Implantation
Für die meisten Implantationen reicht eine örtliche Betäubung aus, um die Behandlung schmerzfrei zu machen. Ihre Vorteile sind das geringe medizinische Risiko, der niedrigere Zeit- und Kostenaufwand und die Möglichkeit, dass der Patient während des Eingriffs mithilft. Ein Anästhesist muss ihn dabei nicht dauerhaft überwachen.
Bei einer Sedierung, dem sogenannten Dämmerschlaf, bleiben Patienten während des gesamten Eingriffs bei Bewusstsein, sind ansprechbar und können auf Anweisungen reagieren. An Einzelheiten der Implantation erinnern sie sich hinterher jedoch nicht. Nach dem Aufwachen sind sie relativ schnell wieder einsatzfähig.
Eine Vollnarkose ist vor allem dann empfehlenswert, wenn viele Implantate gesetzt werden oder umfangreiche knochenaufbauende Maßnahmen nötig sind. Ein erfahrener Anästhesist betreut den Patienten in der Einschlafphase, während des Eingriffs und beim Aufwachen und überwacht Atmung, Kreislauf, Blutdruck und Herzfunktion.
Professionelle Zahnreinigung
Am Anfang stehen eine gründliche Untersuchung des Gebisses, eine systematische Befunderhebung und ein aufklärendes Gespräch mit Tipps zur richtigen Zahnpflege. Danach werden die Beläge auf den Zahnoberflächen, in den Zahnzwischenräumen und in den Zahnfleischtaschen entfernt. Zum Schluss werden die Zähne poliert und mit Fluorid-Lack überzogen.
Eine gründliche Reinigung der Zähne kann Karies und Parodontitis verringern, in vielen Fällen sogar vermeiden. Professionelle Zahnreinigung, Kariesprophylaxe und Begleitbehandlungen in der Parodontaltherapie bieten diesen Schutz. Sie ergänzen die tägliche Zahnpflege zu Hause, ersetzen sie aber nicht.
Der Fluorid-Lack, der am Schluss der Behandlung aufgetragen wird, schützt die gereinigten Zahnoberflächen vor den Säureattacken der Mundbakterien. Zuvor werden die Zähne geglättet, denn Bakterien setzen sich vor allem an rauen und rissigen Stellen fest.
Mit Pulver-Wasser-Strahlgeräten können Beläge entfernt werden
Dafür wird ein Pulver-Wasser-Strahlgerät eingesetzt. Es bringt ein Wasser-Luft-Gemisch mit einem speziellen Reinigungspulver auf und entfernt damit Verfärbungen und Pigmentbeläge von den Zahnoberflächen, wie sie durch Rauchen sowie Tee- oder Kaffeegenuss entstehen. Der Einsatz gehört zur professionellen Zahnreinigung.
Dem Wasser-Luft-Gemisch wird ein spezielles Reinigungspulver aus Calciumcarbonat und Natriumbicarbonat oder ein Glycin-Pulver zugesetzt. Der Druck des Wasserstrahls erreicht damit auch schwierige Stellen wie tiefe Zahnfleischtaschen oder enge Zahnzwischenräume. Bei empfindlichen Gewebeoberflächen ist ein schonendes Pulver wichtig.
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten einer professionellen Zahnreinigung normalerweise nicht. Private Krankenversicherungen und Zusatzversicherungen übernehmen sie je nach Tarif. Für die Verwendung eines Pulver-Wasser-Strahlgeräts fallen im Rahmen der Zahnreinigung in der Regel keine zusätzlichen Kosten an.
Nach der Zahnreinigung erfolgt die Politur der Zähne
Durch die vorhergehenden Reinigungsschritte sind die Zahnoberflächen aufgeraut worden und würden ungeglättet schnell wieder von Bakterien und Belägen besetzt. Die Politur macht sie glänzend und sehr glatt und erschwert dadurch die Neubildung von Belägen.
Die glatten Zahnflächen werden mit kleinen Gummikelchen und Bürstchen sowie mit unterschiedlich gekörnter, fluoridhaltiger Polierpaste auf Hochglanz poliert. Abschließend sorgt das Auftragen von fluoridhaltigen Gelen oder Lacken für einen zusätzlichen Schutzfilm auf den Zähnen.
Ja, die Interdentalräume, also die Räume zwischen den Zähnen, werden noch einmal feingereinigt und anschließend mit Zahnseide, Superfloss oder Polierstreifen geglättet. Der Grund ist derselbe wie bei den übrigen Flächen: Auf glatten Oberflächen bilden sich neue Beläge schwerer.
PZR-Taschenreinigung
Entzündetes Zahnfleisch zeigt sich durch Rötung und Schwellung. Dazu kommen lästiges Zahnfleischbluten und unangenehmer Mundgeruch, später bilden sich Zahnfleischtaschen. In diesen Taschen sammeln sich Bakterien, die letztlich zu einer Parodontitis führen können.
Unter einer Parodontitis wird eine entzündliche Erkrankung des Zahnfleisches und des Zahnhalteapparates verstanden. Sie kann aus Bakterien entstehen, die sich in Zahnfleischtaschen ansammeln. Vorausgegangen ist meist ein entzündetes Zahnfleisch mit Rötung, Schwellung und Zahnfleischbluten.
Die Taschen werden mit einer antibakteriellen Spüllösung ausgespült, was die Zahl der Keime im Mundraum verringert, und mit Ultraschall- und Handinstrumenten gereinigt. Das fördert den natürlichen Heilungsprozess, sodass sich die Zahnfleischtaschen wieder schließen können. Der Umgang mit diesen Instrumenten erfordert spezielles Wissen und Erfahrung.
Zungenreinigung kann das Kariesrisiko reduzieren
Eine regelmäßige Reinigung der Zunge soll das individuelle Kariesrisiko reduzieren und die Neubildung von Zahnbelägen verhindern. Zusätzlich verspricht sie frischeren Atem: Bakterien besiedeln die Zunge leicht und führen dort zu Mundgeruch.
Belag auf der Zunge stört oft den Geschmackssinn. Nach einer Reinigung reagieren die über die Zunge verteilten Geschmacksrezeptoren wieder empfindlicher. Der Belag besteht aus Bakterien, die Proteine zersetzen und dabei schwefelhaltige Gase freisetzen.
Für die Reinigung und Pflege der Zunge gibt es spezielle Instrumente: Zungenbürsten, Zungenschaber und Kombinationen aus beidem. Sie entfernen den bakteriellen Belag der Zunge, der häufig die Ursache für Mundgeruch ist.
Mundgeruch ist für viele ein Tabu
Die Quelle des unangenehmen Geruchs liegt in den meisten Fällen, etwa 90 Prozent, im Mund selbst. Ursache von Mundgeruch, medizinisch Halitosis, ist eine bakterielle Zersetzung organischen Materials in der Mundhöhle. Zungenbelag zählt neben mangelnder Mundhygiene und schlechtem Zahnstatus zu den häufigsten Verursachern.
Verantwortlich sind Anaerobier, also Mikroorganismen, die in einem sauerstofffreien Milieu leben. Sie siedeln sich zwischen den Zungenpapillen der Zungenoberfläche, im Rachen und in Zahnfleischtaschen an. Die meisten oralen Bakterien finden sich auf der Zungenoberfläche, besonders auf dem Zungenrücken.
Das kommt vor, ist aber der seltenere Fall. Nur bei einem kleinen Teil der Betroffenen werden die unangenehmen Gerüche durch Probleme an inneren Organen oder bestehende Krankheiten hervorgerufen. Rund 90 Prozent der Fälle haben ihre Ursache im Bereich der Mundhöhle.
Vollkeramische Zahnrestauration für ästhetisch ansprechende Ergebnisse
Zirkonoxid ist ein vollkeramischer und damit vollständig metallfreier, biokompatibler Werkstoff, der sich in der Zahnheilkunde seit Jahren als Gerüstwerkstoff etabliert hat. Er besitzt gute physikalische Eigenschaften und in seiner Funktion ähnliche Eigenschaften wie die natürliche Zahnsubstanz.
Zirkonoxid eignet sich für anspruchsvolle ästhetische Zahnrestaurationen von der Einzelkrone bis hin zu weitspannigen Brücken im Seitenzahnbereich. Empfohlen wird es besonders für Patienten, die Wert auf eine metallfreie Versorgung legen, und für Menschen, die zu Überempfindlichkeitsreaktionen neigen.
Zirkonoxid hat eine dentinähnliche Grundfärbung, also einen Farbton nahe am natürlichen Zahnbein, und eine gute Lichtdurchlässigkeit. Farbgebung und Lichtreflexion von Veneers, Inlays, Kronen und Brücken lassen behandelte Zähne dadurch wie natürliche Zähne aussehen.
Zahnfarb- und Zahnformbestimmung
Die Bestimmung der Zahnfarbe muss ohne Beeinflussung durch störende Lichtquellen oder andere Lichteinflüsse der Umgebung erfolgen. Nur so lässt sich die natürliche Farbgebung zuverlässig auf die neuen Zähne übertragen. Die Farbbestimmung gilt als einer der schwierigsten Arbeitsschritte bei der Herstellung von Zahnersatz.
Die unterschiedlichen natürlichen Zahnfarben entstehen durch die Brechung des Lichtes an der Zahnhartsubstanz. Wie die Farbe ausfällt, bestimmt die Zusammensetzung von Schmelz und Dentin, also der äußeren Hartschicht und des darunterliegenden Zahnbeins. Deshalb wird die passende Farbe für jeden Patienten einzeln bestimmt.
Zahnersatz gilt als gelungen, wenn er ästhetisch anspricht, funktional überzeugt und als Zahnersatz nicht erkannt wird. Er muss sich homogen in das natürliche Gebiss einfügen. Aus Sicht der Patienten sind Farbe und Form dafür entscheidend und damit ausschlaggebend für das Ergebnis der Behandlung.
Füllungen aus Keramik oder Kunststoff
Amalgamfüllungen weisen ähnlich gute Haltbarkeitswerte auf wie Keramik-Inlays oder Komposite. Wegen ihres Quecksilbergehaltes gelten sie aber als weniger empfehlenswert. Keramische Füllmaterialien und moderne Kunststoffe erfüllen die Anforderungen an Stabilität, Haltbarkeit, Verträglichkeit und Aussehen ebenfalls.
Komposite, also Kunststoff-Materialien, werden bei kleineren Defekten im Front- und Seitenzahnbereich verwendet. Sie gelten in der Praxis als wertvolle und vielseitige Werkstoffe. Wie jede Füllung müssen sie stabil und lange haltbar sein, den Körper nicht belasten und ästhetisch aussehen.
Keramik-Inlays, also passgenaue Einlagefüllungen aus Keramik, sollen sich in Form und Farbe nicht von natürlichen Zähnen unterscheiden. Sie sind die richtige Wahl, wenn ein natürliches Erscheinungsbild und eine hohe Haltbarkeit gewünscht werden. Das Material bietet zudem eine sehr hohe Kaustabilität.
Bleaching - schonende Aufhellung der Zähne
Verfärbungen können viele Ursachen haben: Tabak, Medikamente und Lebensmittel wie Kaffee, Tee oder Rotwein. Auch natürliche Alterserscheinungen lassen die Zahnfarbe dunkler werden. Aufhellen lassen sich so verfärbte Zähne mit dem Bleaching-Verfahren.
Beim Bleaching wird ein peroxidhaltiges Gel aufgetragen. Es löst einen Oxidationsprozess aus, dessen Sauerstoffreaktion die farbgebenden Moleküle im Zahn verändert. Auf diese Weise wird der Zahn heller. Das Verfahren eignet sich für einzelne Zähne ebenso wie für die gesamte Zahnreihe.
Ein Bleaching kann sowohl zu Hause als auch in der Zahnarztpraxis vorgenommen werden, sollte aber immer unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Dunkeln die Zähne nach einer gewissen Zeit wieder nach, lässt sich das Verfahren wiederholen.
Veneers - Verblendschalen aus Keramik
Nein, der Zahn wird nur minimal präpariert. Für die Befestigung der Verblendschalen soll möglichst wenig Zahnsubstanz abgeschliffen oder beschädigt werden. Die Schalen werden mit einem besonderen Kleber auf der Zahnoberfläche befestigt. Deshalb gelten Veneers als substanzschonende Lösung.
Veneers können so dünn wie Kontaktlinsen sein. Es sind dünne, lichtdurchlässige Keramikschalen, die auf den sichtbaren Teil des Zahnes geklebt werden. Durch ihre natürliche Transparenz kann Licht wie bei natürlichen Zähnen hindurchscheinen, und die Farbe lässt sich individuell anpassen.
Veneers gleichen Unregelmäßigkeiten, Verfärbungen oder Beschädigungen im Frontzahnbereich aus. Sie können starke Zahnverfärbungen überdecken und Fehlstellungen korrigieren. Eingesetzt werden sie bevorzugt für kosmetische Korrekturen an den vorderen Zähnen, weil sie die Zahnsubstanz schonen.
Prothetik in der ästhetischen Zahnheilkunde
Zirkonoxid, auch Zirkoniumdioxid genannt, ist ein metallfreier keramischer Werkstoff für Zahnersatz. Verwendet werden dabei ausschließlich Materialien, die eigens auf ihre Verträglichkeit geprüft sind. Der Trend in der ästhetisch anspruchsvollen Prothetik geht zu solchen metallfreien und bioverträglichen Materialien.
Nein. Metallfreie Keramiken oder Zirkonoxid ergeben nur dann bioverträglichen und nicht-allergenen Zahnersatz, wenn sie auch mit entsprechend schonenden Verfahren verarbeitet werden. Neben der Wahl des Werkstoffs entscheidet also die Art der Verarbeitung darüber, wie verträglich der Zahnersatz am Ende ist.
Sie bietet ein breites Leistungsspektrum, um das Aussehen der Zähne zu korrigieren, Beschädigungen zu beheben und Lücken zu schließen. Ziel ist ein natürliches Erscheinungsbild der wiederhergestellten Zähne. Die Anwendungsmöglichkeiten werden dabei immer komplexer und vielseitiger.
Zahnersatz auf Teleskopaufbauten
Eine Doppelkrone, auch Teleskopaufbau genannt, besteht aus zwei Teilen. Eine Kappe wird auf den Zahnstumpf zementiert und schützt ihn. Darauf wird eine zweite Krone befestigt, an der wiederum die herausnehmbare Prothese hält. So verankert sich der Zahnersatz an den vorhandenen Zähnen.
Nein, auf sichtbare Halteelemente wie Klammern kann bei der Teleskoptechnik verzichtet werden. Der Zahnersatz ist als solcher nicht erkennbar. Gehalten wird die Prothese stattdessen von Doppelkronen auf den vorhandenen Zähnen, die festsitzenden und herausnehmbaren Zahnersatz miteinander verbinden.
Teleskopaufbauten brauchen zusätzlichen Platz, was zu einer teilweisen Bedeckung des Gaumens führen kann. Als Vorteile gelten dafür die ansprechende Ästhetik, der gute Tragekomfort und die einfache Erweiterung des Zahnersatzes, wenn später weitere Zähne verloren gehen.
Kronen und Brücken aus Keramik
Ist der Substanzverlust groß, überkront der Zahnarzt den Zahn, um seine Kaufunktion und seine Form wiederherzustellen. Die Krone legt sich dabei über den verbliebenen Zahn. Soll eine gute ästhetische Wirkung erzielt werden, bieten sich metallfreie Kronen aus Keramik an.
Zahnlücken werden aus medizinischer und ästhetischer Sicht geschlossen, damit sich die Kaukräfte im Mund wieder harmonisch verteilen. Je nach Zustand der Nachbarzähne kommen dafür ein Implantat oder eine festsitzende Brücke infrage.
Sind die Nachbarzähne ohne größere Füllungen und Beschädigungen, bietet sich die Implantologie an, weil diese gesunde Zahnsubstanz geschont wird. Sind die benachbarten Zähne ohnehin versorgungsbedürftig oder gibt es andere Gründe, die eine Implantation verhindern, ist die festsitzende Brücke eine Alternative.
Geschiebetechnik bei Zahnersatz
Ein Geschiebe ist ein Verankerungselement, mit dem herausnehmbarer Zahnersatz klammerfrei an den haltgebenden Zähnen befestigt wird. Dafür werden vorhandene Zähne überkront, und die Geschiebe werden fest mit diesen Kronen verbunden. Der herausnehmbare Teil hält dann an diesen Verankerungen.
Die Geschiebetechnik gilt als besonders hochwertige und aufwendige Form des herausnehmbaren Zahnersatzes, weil die haltgebenden Zähne überkront werden. Meist werden diese Kronen mit Keramik verblendet. Die Verankerungselemente sind im Gegensatz zu Klammern nicht sichtbar und damit ästhetisch ansprechender.
Die Geschiebeverankerung gewährleistet einen klammerfrei festen Sitz des herausnehmbaren Zahnersatzes an der haltgebenden Bezahnung. Die Kombination aus festsitzendem und herausnehmbarem Zahnersatz bietet guten Tragekomfort und eine lange Lebensdauer der Prothetik.
Digitale Abdrucknahme
Bei der digitalen Abdrucknahme nicht. Statt Löffel, Abformmaterial und langen Abbindezeiten wird die Mundsituation mit einem intraoralen Scanner erfasst, also einem Gerät, das direkt im Mund arbeitet. Das soll die Unannehmlichkeiten des herkömmlichen Abdrucks ersparen, der häufig mit einem unangenehmen Würgereiz verbunden ist.
Die digitale Erfassung kann mit hohen Scangeschwindigkeiten die Behandlungszeit verkürzen, weil die Abformung schnell und präzise gelingt. Beim herkömmlichen Abdruck können Ungenauigkeiten dagegen dazu führen, dass die gesamte Prozedur wiederholt werden muss.
Auf Basis der digitalen 3D-Abdrucknahme können Vorschläge für die weiterführende prothetische Behandlung am Bildschirm vorgestellt und die einzelnen Behandlungsschritte abgestimmt werden. Die Daten des Scanners liegen dafür direkt als digitaler Datensatz vor.
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