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Wer kann ein Implantat bekommen – und wer nicht?

Knochen, Zahnfleisch, Allgemeingesundheit: was ein Implantat wirklich voraussetzt, welche Erkrankungen und Medikamente eine Rolle spielen, warum es nach oben keine Altersgrenze gibt und was bleibt, wenn es nicht geht.

Die meisten Erwachsenen können ein Implantat bekommen. Nötig sind drei Dinge: genügend tragfähiger Knochen an der richtigen Stelle, gesundes oder behandeltes Zahnfleisch und ein Allgemeinzustand, der einen kleinen chirurgischen Eingriff erlaubt. Ein hohes Alter spricht nicht dagegen; ein nicht abgeschlossenes Kieferwachstum schon. Fast alles andere, was im Weg steht, lässt sich vorher behandeln – aus einem „nein“ wird dann oft ein „später“.

Die drei Voraussetzungen

Ein Implantat braucht Knochen, der es hält, Gewebe, das dicht abschließt, und einen Körper, der heilen kann. Alle drei lassen sich vor dem Eingriff beurteilen: der Knochen auf dem Röntgenbild, das Zahnfleisch im Befund, der Allgemeinzustand im Gespräch und gegebenenfalls mit dem Hausarzt.

Wenn der Knochen nicht reicht

Fehlt ein Zahn länger, baut sich der Knochen an dieser Stelle ab – er wird nicht mehr belastet. Zu wenig Knochen ist deshalb der häufigste Grund, warum ein Implantat nicht sofort gesetzt werden kann. Ein Hindernis ist es selten: Knochen lässt sich aufbauen, mit körpereigenem Material oder mit Ersatzmaterial, im Oberkiefer auch durch Anheben des Kieferhöhlenbodens. Manchmal genügt auch ein kürzeres oder schmaleres Implantat.

Zahnfleisch: erst behandeln, dann implantieren

Eine unbehandelte Parodontitis ist ein echtes Hindernis. Die Bakterien, die den eigenen Zahnhalteapparat zerstören, finden am Implantat dieselben Bedingungen – nur ohne die Abwehr, die ein natürlicher Zahn mitbringt. Wer eine Parodontitis hat, wird deshalb zuerst parodontal behandelt; danach ist ein Implantat möglich, verlangt aber eine engere Nachsorge.

Allgemeinerkrankungen: was tatsächlich dagegen spricht

Die Zahl der Erkrankungen, die ein Implantat grundsätzlich ausschließen, ist klein. Die meisten sind kein Ausschluss, sondern eine Auflage: Sie verlangen Vorbereitung, Abstimmung mit dem behandelnden Arzt und eine engere Kontrolle.

  • Diabetes: gut eingestellt kein Hindernis, schlecht eingestellt ein deutliches Risiko
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: meist machbar, oft mit Rücksprache
  • eine laufende Bestrahlung im Kiefer- oder Gesichtsbereich
  • eine Chemotherapie oder ein geschwächtes Immunsystem während der Behandlung
  • schwere Erkrankungen der Blutbildung oder der Wundheilung

Medikamente, die eine Rolle spielen

Zwei Gruppen sind wichtig, und beide gehören ins Gespräch, bevor geplant wird. Mittel gegen Knochenschwund aus der Gruppe der Bisphosphonate und verwandte Wirkstoffe können die Heilung des Kieferknochens beeinträchtigen – besonders, wenn sie als Infusion gegeben werden. Blutverdünner machen einen Eingriff nicht unmöglich, verlangen aber Planung. Entscheidend ist, dass die Praxis die vollständige Medikamentenliste kennt, auch frei verkäufliche Mittel.

Rauchen

Rauchen ist kein Ausschlussgrund, aber der am besten belegte vermeidbare Risikofaktor. Es verschlechtert die Durchblutung des Gewebes und damit die Heilung; Implantate gehen bei Rauchern häufiger verloren, und Entzündungen treten öfter auf. Wer vor dem Eingriff und in der Heilungsphase aufhört, verbessert seine Aussichten deutlich.

Alter: nach oben keine Grenze

Für ältere Menschen gibt es keine Obergrenze; was zählt, ist der Gesundheitszustand, nicht das Geburtsjahr. Nach unten gibt es sehr wohl eine Grenze: Solange der Kiefer noch wächst, wird nicht implantiert, weil das Implantat nicht mitwächst und später nicht mehr auf Höhe der Nachbarzähne steht. Das Wachstum ist meist mit etwa achtzehn Jahren abgeschlossen, bei manchen später.

Was bleibt, wenn ein Implantat nicht geht

Spricht etwas dauerhaft dagegen, ist die Lücke damit nicht unversorgt. Brücke, Teilprothese oder Vollprothese sind bewährte Lösungen, und bei einer Prothese, die nicht mehr hält, gibt es Zwischenwege mit wenigen Implantaten an gut tragfähigen Stellen.

Spielt es eine Rolle, wie viele Zähne fehlen?

Für die Frage, ob implantiert werden kann, kaum; für die Planung sehr. Ein einzelner fehlender Zahn wird meist mit einem Implantat und einer Krone ersetzt. Fehlen mehrere, trägt eine Brücke auf zwei Implantaten oft mehrere Zähne. Ist ein Kiefer vollständig zahnlos, genügen häufig vier bis sechs Implantate für eine festsitzende Versorgung, und eine lose Prothese lässt sich auch mit zwei Implantaten deutlich besser verankern.

Angst vor dem Eingriff

Angst ist kein Ausschlussgrund, sondern ein Planungspunkt. Das Setzen eines Implantats erfolgt in örtlicher Betäubung und ist in der Regel weniger belastend, als viele erwarten. Wer sich das nicht zutraut, kann den Eingriff im Dämmerschlaf oder in Narkose durchführen lassen; das verlangt nur eine andere Vorbereitung und einen passenden Termin.

Wie geklärt wird, ob es geht

Am Anfang stehen Befund und Röntgenbild. Für einfache Fälle genügt eine Übersichtsaufnahme; wo es eng wird – nahe der Kieferhöhle, nahe am Nerv – zeigt eine dreidimensionale Aufnahme, wie viel Knochen wirklich vorhanden ist. Erst danach lässt sich sagen, ob implantiert werden kann, ob vorher aufgebaut werden muss und mit welchem Aufwand zu rechnen ist.

Wer die Frage beantworten kann

Ob ein Implantat im Einzelfall möglich ist, entscheidet kein Text, sondern ein Befund. Im Verzeichnis dieses Portals stehen Praxen mit implantologischem Schwerpunkt, nach Ort und Qualifikation geordnet, ohne Rangfolge und ohne Bewertung.

Kurz beantwortet

Häufig gestellte Fragen

Die meisten Erwachsenen. Nötig sind genügend tragfähiger Knochen an der richtigen Stelle, gesundes oder behandeltes Zahnfleisch und ein Allgemeinzustand, der einen kleinen chirurgischen Eingriff erlaubt. Ob das zutrifft, zeigt eine Voruntersuchung mit Befund und Röntgenbild – aus der Ferne lässt sich die Frage nicht beantworten.
Nicht sofort, aber meistens später. Zu wenig Knochen ist der häufigste Grund für eine Verzögerung und selten ein endgültiges Hindernis: Knochen kann mit körpereigenem Material oder mit Ersatzmaterial aufgebaut werden, im Oberkiefer auch durch Anheben des Kieferhöhlenbodens. Manchmal genügt auch ein kürzeres oder schmaleres Implantat.
Nein, aber sie muss zuerst behandelt werden. Die Bakterien, die den Zahnhalteapparat zerstören, finden am Implantat dieselben Bedingungen, ohne die Abwehr eines natürlichen Zahns. Nach erfolgreicher parodontaler Behandlung ist ein Implantat möglich; es verlangt dann eine engere Nachsorge mit regelmäßiger Reinigung und Kontrolle der Taschentiefen.
Nach oben nicht – entscheidend ist der Gesundheitszustand, nicht das Geburtsjahr. Nach unten gibt es eine: Solange der Kiefer wächst, wird nicht implantiert, weil ein Implantat nicht mitwächst und später nicht mehr auf Höhe der Nachbarzähne steht. Das Wachstum ist meist mit etwa achtzehn Jahren abgeschlossen, bei manchen später.
Alle, auch frei verkäufliche. Besonders wichtig sind zwei Gruppen: Mittel gegen Knochenschwund aus der Gruppe der Bisphosphonate und verwandte Wirkstoffe, weil sie die Heilung des Kieferknochens beeinträchtigen können, und Blutverdünner, weil der Eingriff dann anders geplant wird. Beides schließt ein Implantat nicht aus, verändert aber das Vorgehen.