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Zahnimplantate: Ablauf, Materialien, Risiken und Kosten

Was ein Zahnimplantat ist, wann es in Frage kommt, wie die Behandlung abläuft, woraus Implantate bestehen und was über Haltbarkeit, Risiken und Kosten bekannt ist.

Ein Zahnimplantat ist eine künstliche Zahnwurzel. Sie wird in den Kieferknochen eingesetzt und trägt nach der Einheilung einen Zahnersatz – eine Krone, eine Brücke oder eine Prothese. Diese Seite führt durch das ganze Thema: was ein Implantat ist, wann es in Frage kommt, wie die Behandlung abläuft, woraus Implantate bestehen, was über Haltbarkeit und Risiken bekannt ist und welche Kosten entstehen.

Was ein Zahnimplantat ist

Das Implantat selbst ist ein Schraubenkörper, meist aus Titan, in einzelnen Fällen aus Keramik. Es ersetzt die Wurzel des verlorenen Zahns, nicht den sichtbaren Teil. Der sichtbare Zahnersatz wird darauf befestigt, sobald das Implantat mit dem Knochen verbunden ist.

Wann ein Implantat in Frage kommt

Ob ein Implantat möglich ist, hängt vom Knochen, vom Zahnfleisch und vom allgemeinen Gesundheitszustand ab, nicht vom Alter. Entscheidend ist außerdem, wie viele Zähne fehlen und an welcher Stelle.

Wie die Behandlung abläuft

Vor dem Eingriff steht die Planung, danach das Einsetzen des Implantats, dann die Einheilung im Knochen und zuletzt der Zahnersatz. Die Einheilung dauert in der Regel einige Wochen bis Monate; in bestimmten Fällen lässt sich der Zahnersatz früher belasten. Reicht der Knochen nicht aus, kann er aufgebaut werden.

Was vor dem Eingriff geklärt wird

Wie viel Knochen vorhanden ist und wo Nerven und Kieferhöhle verlaufen, zeigen Röntgenaufnahmen. Für einfache Fälle genügt eine Übersichtsaufnahme, für schwierige Fälle gibt es dreidimensionale Verfahren.

Woraus Implantate bestehen

Titan ist das Standardmaterial; es ist seit Jahrzehnten im Einsatz und klinisch gut dokumentiert. Daneben gibt es Legierungen mit Zirkonium und vollständig metallfreie Implantate aus Keramik. Form, Länge und Oberfläche unterscheiden sich je nach System und Einsatzort.

Der Zahnersatz auf dem Implantat

Auf dem eingeheilten Implantat sitzt der sichtbare Teil. Er wird abgeformt – klassisch oder mit einem Scanner – und im Labor oder digital gefertigt.

Haltbarkeit, Risiken und Nachsorge

Implantate sind seit Jahrzehnten im Einsatz und in Langzeitstudien untersucht. Verloren gehen sie am häufigsten durch Entzündungen des umgebenden Gewebes, durch Fehlbelastung oder durch unzureichende Mundhygiene; Rauchen erhöht das Risiko. Regelmäßige Kontrolle und Reinigung gehören deshalb zur Behandlung und nicht zur Kür.

Was eine Implantatversorgung kostet

Der Preis hängt davon ab, wie viele Implantate gesetzt werden, ob Knochen aufgebaut werden muss und welcher Zahnersatz darauf kommt. Gesetzliche Krankenkassen zahlen einen Festzuschuss für den Zahnersatz, nicht für das Implantat. Vor der Behandlung steht ein schriftlicher Heil- und Kostenplan.

Alternativen zum Implantat

Eine Lücke lässt sich auch mit einer Brücke oder mit herausnehmbarem Zahnersatz schließen. Beides hat eigene Vor- und Nachteile, und beides kommt ohne Eingriff in den Knochen aus.

Wer Implantate setzt

Implantate setzen Zahnärztinnen und Zahnärzte mit entsprechender Fortbildung sowie Fachärzte für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und Oralchirurgen. In unserem Verzeichnis stehen Praxen mit diesem Schwerpunkt, nach Ort geordnet.

Kurz beantwortet

Häufig gestellte Fragen

In Deutschland werden jährlich etwa eine Million Implantate gesetzt. Auf dem Markt sind über 100 verschiedene Implantatsysteme, von denen nicht jedes die volle Praxisreife hat; zu vielen Systemen fehlen klinische Studien. Klinische Langzeitdaten sind deshalb ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl eines Systems.
Nicht jede Methode, die in der Implantologie vorgestellt wird, ist für Patienten nützlich. Therapie-Empfehlungen aus der Publikumspresse sollten daher an den Leitlinien der implantologischen Fachgesellschaften gemessen werden. Eine Implantatbehandlung muss auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen sowie medizinisch sinnvoll und vertretbar sein.
Das entscheidet der Zahnarzt nach eingehender Beratung und Diagnostik, bei der Planung des Zahnersatzes zusammen mit einem zahntechnischen Meisterlabor. Eine Implantatbehandlung soll erst nach kompetenter und umfassender Beratung durch einen Arzt oder Chirurgen erfolgen und muss sich nach den individuellen Möglichkeiten und Bedürfnissen des Patienten richten.