Downloads Videothek News FAQs Dental-Lexikon Kontakt

Implantate ohne Knochenaufbau – geht das?

Kurze und schmale Implantate, geneigte Implantate, der interne Sinuslift und die Verankerung außerhalb des Kieferkamms: welche Wege den vorhandenen Knochen nutzen, warum im Oberkiefer häufiger Knochen fehlt und wann ein Aufbau die bessere Wahl ist.

Oft ja. Zu wenig Knochen heißt nicht zwangsläufig, dass vorher aufgebaut werden muss – es gibt mehrere Wege, den vorhandenen Knochen zu nutzen: kürzere oder schmalere Implantate, geneigt eingesetzte Implantate, eine Verankerung im harten Gaumenknochen oder, im Oberkiefer, das Anheben des Kieferhöhlenbodens durch das Implantatbett selbst. Welcher Weg in Frage kommt, zeigt eine dreidimensionale Aufnahme. Pauschal lässt sich weder „geht immer" noch „geht nicht" sagen.

Warum im Oberkiefer häufiger Knochen fehlt

Der Oberkiefer ist von Natur aus weicher als der Unterkiefer, und über den Seitenzähnen liegt die Kieferhöhle. Fehlt dort längere Zeit ein Zahn, zieht sich der Knochen zurück, und zwischen Kieferkamm und Kieferhöhle bleibt wenig Höhe. Genau das ist der häufigste Grund, warum im Oberkiefer von einem Aufbau gesprochen wird – und auch der Bereich, für den die meisten Alternativen entwickelt wurden.

Kurze und schmale Implantate

Die naheliegendste Lösung ist ein Implantat, das in den vorhandenen Knochen passt. Kurze Implantate brauchen weniger Höhe, durchmesserreduzierte weniger Breite. Beides ist seit Jahren im Einsatz und für bestimmte Situationen gut dokumentiert; die Belastbarkeit ist geringer, deshalb entscheidet die Lage im Kiefer, ob es trägt. Wo es trägt, erspart es einen zweiten Eingriff und Monate Wartezeit.

Geneigt eingesetzte Implantate

Knochen ist nicht gleichmäßig verteilt. Wer ein Implantat schräg statt senkrecht einsetzt, kann eine längere Strecke festen Knochens nutzen und die Kieferhöhle umgehen. Bei einem zahnlosen Oberkiefer ist das die Grundlage der Versorgungen auf vier Implantaten: vorn gerade, hinten geneigt. Die Konstruktion darüber verbindet alle Implantate und verteilt die Kräfte.

Der interne Sinuslift

Wenn nur wenige Millimeter Höhe fehlen, lässt sich der Boden der Kieferhöhle von unten anheben, durch denselben Kanal, in den das Implantat kommt. Das ist ein kleiner Eingriff, oft in derselben Sitzung, und etwas anderes als der große Aufbau mit eigenem Zugang von der Seite. Fachlich ist es ein Aufbau – für den Patienten fühlt es sich an wie eine normale Implantation, ohne zweiten Termin und ohne Monate Wartezeit.

Verankerung außerhalb des Kieferkamms

Für ausgeprägten Knochenschwund gibt es Verfahren, die den Halt dort suchen, wo noch harter Knochen ist – etwa im Bereich des Gaumens oder in den tragenden Pfeilern des Gesichtsschädels. Das sind Eingriffe für Sonderfälle, die Erfahrung und eine sorgfältige dreidimensionale Planung verlangen. Sie kommen in Frage, wenn ein Aufbau nicht möglich oder nicht gewünscht ist, und gehören in die Hände einer Praxis, die sie regelmäßig durchführt.

Wann ein Aufbau die bessere Wahl ist

Den Aufbau zu vermeiden, ist kein Wert für sich. Manchmal ist er der kürzere Weg zu einem haltbaren Ergebnis: wenn der Kieferkamm so schmal ist, dass ein Implantat nicht von Knochen umschlossen wäre; wenn der Zahnersatz sonst nicht an die richtige Stelle käme; oder wenn im sichtbaren Bereich das Zahnfleisch ohne Knochen darunter zurückweicht. Ein Aufbau kostet Zeit, aber ein Implantat an der falschen Stelle kostet mehr.

Was die Entscheidung trägt

Ob es ohne Aufbau geht, lässt sich nicht am Befundbogen ablesen und schon gar nicht am Telefon. Gebraucht wird die Höhe und Breite des Knochens an genau der Stelle, an der das Implantat stehen soll, dazu die Lage von Kieferhöhle und Nerv. Dafür gibt es die dreidimensionale Aufnahme – und deshalb ist sie bei knappem Knochen keine Zusatzleistung, sondern die Grundlage.

Was im Gespräch zu klären ist

Wer ein Angebot „ohne Knochenaufbau" bekommt, sollte vier Dinge wissen.

  • Wie viel Knochen ist an der geplanten Stelle tatsächlich vorhanden?
  • Welches Verfahren ersetzt den Aufbau, und wie ist es dokumentiert?
  • Was passiert, wenn sich während des Eingriffs zeigt, dass doch aufgebaut werden muss?
  • Was kostet der Aufbau in diesem Fall, und steht er im Plan?

Wer das beurteilen kann

Knapper Knochen ist der Fall, in dem Erfahrung und Diagnostik den größten Unterschied machen. Im Verzeichnis dieses Portals stehen Praxen mit implantologischem Schwerpunkt – nach Ort und Qualifikation, ohne Rangfolge und ohne Bewertung.

Kurz beantwortet

Häufig gestellte Fragen

Häufig ja. Zu wenig Knochen bedeutet nicht zwangsläufig einen Aufbau: kürzere oder schmalere Implantate, geneigt eingesetzte Implantate, eine Verankerung in hartem Knochen außerhalb des Kieferkamms oder im Oberkiefer ein Anheben des Kieferhöhlenbodens durch das Implantatbett können den vorhandenen Knochen nutzen. Welcher Weg trägt, zeigt eine dreidimensionale Aufnahme.
Weil der Oberkiefer von Natur aus weicher ist als der Unterkiefer und über den Seitenzähnen die Kieferhöhle liegt. Fehlt dort längere Zeit ein Zahn, zieht sich der Knochen zurück, und zwischen Kieferkamm und Kieferhöhle bleibt wenig Höhe. Genau für diesen Bereich sind die meisten Verfahren entwickelt worden, die ohne großen Aufbau arbeiten.
Wenn im Oberkiefer nur wenige Millimeter Höhe fehlen, lässt sich der Boden der Kieferhöhle von unten anheben – durch denselben Kanal, in den das Implantat kommt. Fachlich ist das ein Knochenaufbau, für den Patienten verläuft es wie eine normale Implantation, meist in einer Sitzung und ohne eigenen Zugang von der Seite.
Wenn der Kieferkamm so schmal ist, dass ein Implantat nicht vollständig von Knochen umschlossen wäre; wenn der Zahnersatz sonst nicht an die richtige Stelle käme; oder wenn im sichtbaren Bereich das Zahnfleisch ohne Knochen darunter zurückweicht. Den Aufbau zu vermeiden ist kein Wert für sich – ein Implantat an der falschen Stelle kostet mehr Zeit als ein Aufbau.
Vier Punkte: Wie viel Knochen ist an der geplanten Stelle tatsächlich vorhanden? Welches Verfahren ersetzt den Aufbau, und wie ist es dokumentiert? Was geschieht, wenn sich während des Eingriffs doch ein Aufbau als nötig zeigt? Und was kostet er dann, steht er im Heil- und Kostenplan? Ohne dreidimensionale Aufnahme ist die Zusage nicht belastbar.